The Emergence of American Amphibious Warfare 1898 – 1945

Das im September im U.S. Naval Institute erscheinende Buch von David. S. Nasca befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung amerikanischer amphibischer Kriegsführung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Allerdings spannt der Autor in seiner 33 Seiten(!) Zusammenfassung den Bogen bis zum heutigen Tag und einer möglichen maritimen Auseinandersetzung mit der VR China.

Das Buch ist die jüngste Veröffentlichung in der Reihe „Studies in Naval History and Sea Power“. In dieser erschienen unter anderem

– „Progressives in Navy  Blue: Maritime Strategy, American Empire, and the Transformation of U.S. Naval Identity, 1873-1898;

– Learning War: The Evolution of Fighting Doctrine in the U.S. Navy; 1898 – 1945;

– Victory without Peace: The United States Navy in European Waters, 1919-1924;

– Admiral John S. McCain and the Triumph of Naval Air Power

Der Autor diente bei den U.S. Marines, studierte Geschichte, Internationale Beziehungen, Diplomatie und Nationale Sicherheit. Mit diesem sehr breit gefächerten Wissen versteht er es ausgezeichnet, die Entwicklungsgeschichte der amphibischen Kriegführung von ihren Anfangsunternehmungen als ad hoc Anlandungen einer Kompanie von einem Schiff bis hin zu den riesigen Landungsoperationen in der Normandie oder auch auf dem pazifischen Kriegsschauplatz gegen das kaiserliche Japan im Zweiten Weltkrieg aufzuzeigen und zu analysieren.

Im Gegensatz zu den europäischen Marinen Anfang des 20sten Jahrhunderts nutzte die U.S. Navy die Möglichkeiten der zweiten industriellen Revolution nicht nur zum Bau immer größerer und kampfkräftigerer Schiffe sondern auch zur Weiterentwicklung ihrer amphibischen Kräfte, die ja schon zum Erfolg im Krieg gegen Spanien um die Inseln in der Karibik beigetragen hatten. Während in Europa nach den Misserfolgen Großbritanniens bei der desaströs gescheiterten Anlandung 1915 bei Gallipoli viele Militärstrategen der Fortentwicklung amphibischer Kriegsführungskonzepte wenig Erfolgsaussichten beimaßen, geschah in den USA das genaue Gegenteil. In der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg entwickelte die U.S. Navy und die Marines Einsatzkonzepte auf der operativen Ebene weiter und konnten diese in den Operationen der USA auf diversen Kriegsschauplätzen im Zweiten Weltkrieg äußerst erfolgreich und kriegsentscheidend anwenden. Nicht umsonst sprach man vom goldenen Zeitalter amphibischer Operationen.

Während die Kapitel eins bis fünf den Zeitraum zwischen 1898 bis 1945 abdecken und damit ihr besonderer Wert in der historisch sehr gelungenen Aufarbeitung amphibischer Operationen liegt, schafft Nasca mit seinem Abschlusskapitel von 1945 bis zum heutigen Tage sehr nachvollziehbar darzulegen, dass amphibische Operationen auch in heute denkbaren Auseinandersetzungen zwischen den großen Mächten nichts von seiner Bedeutung verloren hat. Er verweist dabei mit Recht auf die chinesische Marine, die nach Analyse amerikanischen Denkens und Handelns mit großen Anstrengungen eine eigene amphibische Komponente als Gegengewicht zur U.S. Navy und ihren Marines aufbaut, die bald ebenbürtig sein könnte.

Dieses Buch kann daher nur auf das Wärmste strategischen und operativen Denkern im jetzigen Jahrhundert zur Lektüre empfohlen werden, um Fehleinschätzungen gerade gegenüber der russischen wie chinesischen Marine zu vermeiden.

 

Heinz Dieter Jopp                                                                 Barmstedt, im August 2020

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