Viel Arbeit – wenig Personal: Wirtschaftsverband kritisiert fehlende Projektumsetzung

Jahresmitgliederversammlung und Wesertag des Wirtschaftsverband Weser e.V. in Minden

 

Seit 20 Jahren vertritt der Wirtschaftsverband Weser die Maritime Wirtschaft in der Weser-Region. „Wir haben viel erreicht. Der Masterplan Binnenschifffahrt der Bundesregierung spiegelt auch unseren Input wider. Wenn wir aber sehen, welch Steine dem ökologischsten aller Transportsysteme in den Weg gelegt werden, kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus“, meint Uwe Beckmeyer, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes Weser heute auf der Mitgliederversammlung des Wirtschaftsverbandes Weser in Minden.

Allein auf der Mittelweser liegen diverse Projekte mit einem Volumen von mehreren Millionen Euro brach, weil  im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zahlreiche Personalstellen nicht besetzt sind. Weitere Projekte liegen wegen der verschiedensten Klageverfahren auf Eis.

„Jeder, der heute eine Schleuse, eine Brücke, einen Hafen oder eine Wasserstraße ausbauen oder auch nur instand setzen will, weiß um die endlosen Wartezeiten wegen Personalmangels und der jahrelangen Klagewellen gegen jedes neue Projekt. Es müssen dringend neue Anstrengungen unternommen werden, diese Probleme zu lösen“, so Beckmeyer.

Beckmeyer hob hervor, dass es dringend erforderlich sei, Stellen attraktiver zu gestalten, um im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte bestehen zu können. „Um die beschlossenen Projekte zu realisieren, braucht es nicht nur Geld sondern auch ausreichend und qualifiziertes Personal, um dieses Geld  sachgerecht einsetzen zu können.“

„Wir arbeiten daran“, sagte Achim Wehrmann, Unterabteilungsleiter Schifffahrt im Bundesverkehrsministerium. „Aber wir brauchen weiter Ihre Unterstützung und das Lobbying von Verbänden wie dem Wirtschaftsverband Weser e.V.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion standen die Themen Digitalisierung und Klimaschutz im Mittelpunkt: „Alle reden über Digitalisierung. Wir sind schon dabei“, erklärte Nico Steudel von der R H E I N – U M S C H L A G GmbH & Co. KG und Vorstandsmitglied im Wirtschaftsverband Weser bei der anschließenden Podiumsdiskussion. „aber es gibt keine einheitlichen Standards, ganz im Gegenteil. Kleinteiligkeit und Abschottung dominieren. Das muss sich ändern. Und zwar nicht erst morgen.“ Digitale Infrastruktur und Anbindung sein ein wesentlicher Standortfaktor. Steudel erinnerte daran, dass leichte Bedienbarkeit, Standardisierung und funktionierende Schnittstellen zwischen Seehäfen, Binnenhäfen, Schiffsführern und Behörden  eine wichtige Rolle  bei der Wahl der Transportwege spielen.

Für  größere Anstrengungen bei den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz entlang der Weser warb  Henry Tünte vom Wassernetz NRW: “Landstrom zugänglich und günstig zu machen und dann auch zu nutzen ist inzwischen auch ein Thema für die Binnenschifffahrt in den Häfen und Wartezonen. Auch  die  Binnenschifffahrt kann  mehr für Klimaschutz und Luftreinhaltung tun.“ Aufgabe der Politik sei es umweltfreundliche  Technologien noch mehr zu unterstützen.“

„Die Weser verbindet Deutschland mit Europa und der Welt. Wir schneiden uns unsere eigene Lebensader ab, wenn wir die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten der Regionen  nicht nutzen“ so Uwe Beckmeyer in seinem Resümee der Veranstaltung.

 

 

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Von: Wirtschaftsverband Weser

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