Meeresüberwachung als Voraussetzung für die Maritime Sicherheit

Ein europäischer Ansatz

von Lutz Feldt

Vorwort:
„The Sea Makes Us One“, diese Aufschrift, die ich kürzlich in großen Lettern auf dem Brückenaufbau eines südkoreanischen Schiffes sah, drückt aus, welche Rolle die See, die Ozeane heute spielen. Hatte das Meer in früherer Zeit etwas Trennendes, das es zu überwinden galt, so bilden die Ozeane heute die Grundlage für internationalen Warenaustausch und stehen für das Verbindende zwischen den Kontinenten. Völlig zu Recht sagte Bundespräsident Joachim Gauck kürzlich auf der Konferenz für Im außenpolitischen Vokabular der Republik reimt sich Freihandel auf Frieden und “ Die Seeverbindungswege, die wie man sie heute wohl besser bezeichnet, haben sich zur Grundlage von Freihandel und Vorwort Wohlstand entwickelt. Sie bilden die Hauptschlagadern der Globalisierung von der eine führende Exportnation wie die Bundesrepublik Deutschland überdurchschnittlich profitiert. Die sichere Nutzung dieser Highways spielt für moderne Industriegesellschaften eine zentrale Rolle. Die See ist bedeutender Verkehrsraum, aber wegen wachsender Touristenzahlen und als Standort für Ressourcengewinnung auch ein immer wichtiger werdender wirtschaftlicher Raum. Gleichzeitig staatlicher Akteure wie Piraterie und Schmuggel, politische Spannungen in und zwischen Anrainerstaaten entlang zentraler Transportwege nicht nur die Sicherheit der auf See befindlichen Menschen, sondern auch die vom maritimen Handel abhängigen Branchen und die Sicherheit der Energiezufuhr über See. Diese hochgradig politische, ökonomische und ökologische Abhängigkeit moderner Gesellschaften von Entwicklungen auf See muß mehr in das Zentrum gesamtstaatlicher Betrachtung gerückt werden. Eine Nation wie Deutschland, die ökonomisch stark von einer sicheren und ruhigen See abhängig ist, muss sicherheitspolitische Entwicklungen im Auge behalten und Vorkehrungen dahingehend treffen, dass Risiken nicht zu konkreten Bedrohungen werden. Das kann nicht alleine gelingen, sondern nur im Rahmen von Vereinten Nationen, EU und NATO, denn es ist keine neue Erkenntnis, dass die Probleme unserer vernetzten Welt, kein Staat alleine lösen kann. Die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sind zum entscheidenden Markenzeichen internationaler Politik geworden. Dies gilt insbesondere auch für den maritimen Raum, der immer transnational gesehen werden muß. Die Betrachtung dieses Raumes und die Erörterung maritimer Fragen verdienen es, einen größeren Stellenwert im politischen Tagesgeschäft zu bekommen, um das gesellschaftliche Bewusstsein für die maritime Dimension deutschen und europäischen Wohlstands sowie deutscher und europäischer Sicherheit zu stärken.Dieses Bewußtsein für die maritime Dimension zu fördern ist u.a. ein besonderes Anliegen des Deutschen Maritimen Instituts und ich danke Vizeadmiral a.D. Lutz Feldt, dass er in der vorliegenden Broschüre Fakten für eine maritime Betrachtung unserer Lage zusammengetragen hat und Hinweise gibt wie ein künftiges Management und Miteinander im maritimen Raum – in der Maritime aussehen könnte.

Hans-Joachim Stricker

Vizeadmiral a.D. und Präsident des Deutschen Maritimen Instituts

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Veröffentlicht unter:
Von: Lutz Feldt
Lutz Feldt

Lutz Feldt

Vizeadmiral a. D.

gegenwärtig Berater der Europäischen Union in Fragen der Sicherheit der Verkehrswege

  • 2007-2012 Präsident des Deutschen Maritimen Instituts
  • Inspekteur der Marine
  • Befehlshaber der Flotte
  • Befehlshaber Wehrbereichskommando I Küste

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