Pressemitteilung: Seepiraterie – Niedrigster Stand seit sieben Jahren

London/Berlin, 16. Oktober 2013 – Die Zahlen für Seepiraterie sind im dritten Quartal auf den tiefsten Stand seit 2006 gesunken, so das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB), das zur Internationalen Handelskammer (ICC) gehört. Gleichwohl warnt das IMB vor der weiterhin bestehenden Gefahr von Angriffen vor den Küsten Ost- und Westafrikas. 

Der heute veröffentliche IMB Pirateriereport verzeichnet 188 Piratenangriffe in den ersten neun Monaten des Jahres dieses Jahres. Im Vergleichszeitraum 2012 lag die Zahl noch bei 233. Auch Geiselnahmen sind stark zurückgegangen, von 458 Personen 2012 auf 266 in den ersten drei Quartalen.In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden nach den Zahlen des IMB wurden 10 Schiffe entführt, 17 beschossen und 140 geentert. Insgesamt wurden 266 Seeleute als Geisel genommen und 34 entführt. Eine Person wurde getötet, 20 verletzt und ein Besatzungsmitglied ist nach Angaben des Berichtes noch vermisst. Der Direktor des IMB, Pottengal Mukundan, rät weiterhin zur Vorsicht: “Obwohl die Anzahl der Vorfälle zurückgegangen ist, bleibt die Gefahr von Angriffen bestehen, insbesondere in den Gewässern vor Somalia und dem Golf von Guinea. Entscheidend ist, dass die Kapitäne wachsam bleiben, wenn sie diese Gewässer durchqueren”. Angriffe in den Gewässern um Somalia sind drastisch gefallen. Lediglich 10 Vorfälle werden den somalischen Piraten zurechnet, während dies in den ersten neun Monaten 2012 noch 70 Angriffe waren. Das IMB führt dies auf die Verbesserung auf mehrere Umstände zurück: auf den Einsatz von Marinestreitkräften, die in Anti-Piraterie-Operationen einbunden sind, externe Sicherheitskräfte an Bord der Schiffe und die Berücksichtigung von Best Management Practices (BMP3) sowie den stabilisierenden Einfluss der Zentralregierung in Somalia. „Die wichtige Rolle der Marinestreitkräfte vor den Küsten Somalias sollte nicht unterschätzt werden. Ihre Präsenz stellt sicher, dass die Piraten nicht mehr straffrei agieren wie zuvor“, sagt Kapitän Mukundan. Wenn der Monsunregen im nordwestlichen Indischen Ozean nachlässt, bietet das Wetter für kleine Piratenschiffe wieder eine bessere Ausgangslage, um Angriffe zu starten. Zum Stichtag  30. September 2013 halten mutmaßlich somalische Piraten zwei Schiffe mit 15 Seeleuten an Bord gefangen, um Lösegeld zu erpressen. Zudem werden 49 entführte Besatzungsmitglieder an Land festgehalten, 37 von ihnen bereits länger als zwei Jahre. Der Rückgang der Vorfälle in Somalia führt dazu, dass der Golf von Guinea wieder verstärkt Aufmerksamkeit erlangt, einer der Hotspots für gewaltsame Angriffe und entführte Schiffe. Aus der Region wurden mehr als 40 Vorfälle in den ersten drei Quartalen 2013 gemeldet, mit 132 Geiseln und sieben entführten Schiffen, sechs Tanker und ein Versorgungsboot. Aus Nigeria, dem wichtigsten Ausgangspunkt für Piraterie in der Region, wurden 29 Vorfälle gemeldet, davon zwei Entführungen, 11 geenterte und 13 beschossene Schiffe sowie drei erfolgreich abgewehrte Angriffe. Piraten, häufig schwer bewaffnet und gewalttätige, greifen Schiffe und Besatzung entlang der Küste, der Flüsse, der Liegeplätze, Häfen und umliegenden Gewässer an. In vielen Fällen plündern sie die Schiffe und stehlen die Fracht, meist Kraftstoffe. Die gemeinsamen und koordinierten Patrouillen beninischer und nigerianischer Behörden haben dazu beigetragen, die Angriffe im Golf von Guinea zu reduzieren. Dennoch warnt das IMB, dass die Piraten die Region unsicher machen, wenn sie unkontrolliert bleiben. So wird vermutet, dass die Entführung eines Tanker in Port Gentil, Gabun, im Juli 2013 auf das Konto von nigerianischen Piraten geht. In Indonesien nehmen die Angriffe zu. Dort registrierte das IMB 68 weniger gravierende Angriffe, fast immer, wenn die Schiffe vor Anker lagen. Die Angreifer waren meist mit Messern oder Macheten bewaffnet. Das IMB fordert verstärkte Patrouillen und warnt Schiffseigner, in diesen Gewässern wachsam zu bleiben. Für weitere Informationen steht Ihnen das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) der Internationalen Handelskammer (ICC) gern zur Verfügung: 

Captain Pottengal Mukundan, Director, IMB

fon     +44 20 7423 6960

mail   pmukundan@icc-ccs.org

www.icc-ccs.org

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Pressesprecherin
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Veröffentlicht unter:
Von: Ottmar Becher
Ottmar Becher

Ottmar Becher

Geschäftsführer DMKN GmbH

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