Zukünftige Herausforderungen

OFFSHORE & MEERESTECHNIK MARITIME TECHNOLOGIEN

Zukünftige Herausforderungen

GMT Die Meerestechnik trägt schon heute dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels zu analysieren und durch technologische Entwicklungen den Footprint in Bezug auf Umwelt und Klima zu reduzieren

Petra Mahnke

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Meerestechnik als eine unentbehrliche Komponente der maritimen Wirtschaft sichtbarer zu machen. Dazu haben nicht zuletzt die regelmäßigen Nationalen Maritimen Konferenzen beigetragen. Die 11. Nationale Maritime Konferenz fand im Mai vergangenen Jahres in Friedrichshafen am Bodensee statt. Damit wurde die Veranstaltung erstmals in einem Binnenland durchgeführt und machte die gesamtstaatliche Bedeutung der maritimen Branche für den Wirtschaftsstandort Deutschland deutlich. Unter dem Motto „Deutschland maritim – global – smart – green“ haben sich rund 800 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gewerkschaften über die zentralen globalen, europäischen und nationalen Herausforderungen ausgetauscht und Handlungsempfehlungen an Politik und Wirtschaft formuliert.
Im Forum Meerestechnik, für dessen konzeptionelle und inhaltlichen Gestaltung die GMT verantwortlich war, standen die „Schlüsseltechnologien für Blaues Wachstum“ im Fokus. Dabei wurde deutlich, dass dieser maritime Sektor maßgebliche Beiträge zur Versorgungssicherheit, Energiewende und Sicherheit auf See liefert.
Man konzentrierte sich dabei auch auf den Aspekt, was zur erfolgreichen Entwicklung der deutschen Meerestechnik zukünftig getan werden muss und richtete zahlreiche Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie betreffen neben den allgemeinen Rahmenbedingungen vor allem Forschung und Entwicklung, um innovative Produkte auf dem Weltmarkt zu platzieren sowie einen möglichst ungehinderten Marktzugang zu fairen Wettbewerbsbedingungen und entsprechende flankierende politische Unterstützungsmaßnahmen. An der konkreten Umsetzung und dem Monitoring der Handlungsempfehlungen müssen sich nun alle maritimen Akteure engagiert beteiligen.
Die GMT wird sich zukünftig verstärkt der Fragestellung widmen, welche Rolle die Meerestechnik bei den globalen Herausforderungen spielt. Der Klimawandel ist das zentrale aktuelle gesellschaftliche Thema. Dabei trägt die Meerestechnik schon heute dazu bei, die Datenlage ständig zu verbessern, um zu analysieren, wie sich das Klima entwickelt und wie sich diese Klimaänderungen auf die Meere sowie Küstenregionen auswirken. Es stellt sich auf der einen Seite die Frage, in welchem Umfang die Meerestechnik dazu beitragen kann, den Footprint in Bezug auf Umwelt und Klima weiter zu reduzieren, wenn es um die Nutzung fossiler Energien geht. Die Offshore-Förderung von Öl und Gas wird auch in den kommenden Jahren – trotz vielfältiger Maßnahmen, die Verwendung fossiler Brennstoffe und damit den Ausstoß von CO2 zu reduzieren – weiterhin ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten müssen. Die Entwicklung sicherer und umweltverträglicher „minimalinvasiver“ Fördertechnologien unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen gehören dabei zu den zukünftigen Herausforderungen.

Bildquelle: GMT

 

 

 

»Die GMT wird sich zukünftig verstärkt der
Fragestellung widmen, welche Rolle die Meeres-
technik bei den globalen Herausforderungen spielt.«
Dipl.-Oz. Petra Mahnke

 

 

 

 

 

Auf der anderen Seite treibt die Meerestechnik die Nutzung erneuerbarer Energien entscheidend voran und liefert somit die Voraussetzung, den Verbrauch fossiler Energie zu reduzieren. Dazu leistet die Offshore-Windenergie einen ganz wesentlichen Beitrag, denn ohne diese erneuerbare Energie können die CO2-Reduzierungsziele nicht erreicht werden. In Zukunft wird es aber nicht nur um die Nutzung der Energie auf dem Meer, sondern auch um die Energie aus dem Meer gehen. Das Meer ist ein gewaltiger Energieproduzent. Gezeiten, Wellen, Strömungen und Meereswärme können Energie liefern, wenn es gelingt, die erforderlichen Technologien marktreif zu entwickeln. Dazu gehören auch die Entwicklung neuer Speichermöglichkeiten und die Nutzung der Meeresenergie für die Gewinnung von Wasserstoff. Hier entwickeln sich in Zukunft neue Arbeitsgebiete für die Meerestechnik.
Nicht nur die Reduzierung des CO2-Ausstoßes gehört zu den zukünftigen Herausforderungen. Die Erderwärmung ist Realität: es stellt sich nur die Frage, wie sich der Temperaturanstieg abmildern lässt. Dieser führt zu einer Erwärmung der Meere und zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Auch ist mit der Zunahme von Extremwetterlagen und damit von Sturmflutereignissen zu rechnen. Hier muss die Meerestechnik Lösungen für notwendige Schutzmaßnahmen entwickeln. Das reicht von Vorhersagesystemen bis hin zu konkreten Küstenschutzprojekten.
Eine weitere Herausforderung unserer Zeit ergibt sich aus dem Anstieg der Weltbevölkerung und dem damit einhergehenden steigenden Bedarf an proteinhaltiger Nahrung und an Rohstoffen. Auch hier kann und muss die Meerestechnik Antworten finden. Nicht nur angesichts der bedrohlichen Überfischung der Meere wird die Aqua- und Marikultur – schon heute der am schnellsten wachsende Sektor der Nahrungsmittelindustrie – weiter expandieren. Die Marikultur wird dabei eine zunehmende Rolle spielen, wobei hier umweltverträgliche Lösungen zum Einsatz kommen müssen. Ähnliches gilt für mineralische Rohstoffe, die in zunehmendem Maße benötigt werden. Auf längere Sicht wird hier der Tiefseebergbau an Bedeutung gewinnen. Hier gilt es, umweltschonende maritime Technologien für die Exploration, den umweltschonenden Abbau und den Transport von marinen mineralischen Rohstoffen zu entwickeln sowie ein Umweltmonitoring und die Etablierung und Umsetzung höchstmöglicher globaler Umweltstandards zu gewährleisten.
Als exportorientierte Branche gehören ständige Innovationen und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit zu den täglichen Herausforderungen, um sich auf dem Weltmarkt zu behaupten.
Der Informationsaustausch sowie die Vernetzung der Kompetenzen der maritimen Unternehmen und Institutionen können dabei entscheidend zum Erfolg beitragen. Hier setzt die Arbeit der GMT wichtige Akzente. Ihre themenspezifischen Arbeitsgruppen und Fachveranstaltungen bieten den Mitgliedern eine exzellente Plattform, um zukünftige Innovations- und Kooperationspotenziale und somit auch gemeinsame Projekte unmittelbar aus der Praxis zu identifizieren.
Auch die Bündelung der Expertise und Präsentation des meerestechnischen Spektrums auf Messen und Konferenzen spielen eine wichtige Rolle. So setzt sich die GMT seit 2006 dafür ein, dass auch die Präsenz der Meerestechnik auf der weltgrößten Leitmesse der maritimen Branche, der SMM, gewährleistet ist. In diesem Jahr öffnet die Messe vom 8. bis 11. September ihre Türen. Die GMT ist erneut Kooperationspartner des Gemeinschaftstands „German Maritime Technologies“. Des Weiteren liegt auch zum zweiten Mal die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung des Offshore Dialogues, der am 10. September vor der traditionellen Blauen Stunde stattfindet, in ihrer Verantwortung.
Mit ihrer Arbeit als Schnittstelle zwischen meerestechnischer Wirtschaft und Wissenschaft gewährleistet die GMT aber auch einen intensiven Dialog mit der Politik und trägt somit dazu bei, dass die facettenreichen Wachstums- und Zukunftsmärkte der Meerestechnik prominent in Strategiepapieren wie der Maritimen Agenda 2025 und dem Nationalen Masterplan Maritime Technologien (NMMT) sowie den Forschungsprogrammen berücksichtigt werden. Dabei bilden die vielfältigen Gremien der Bundesministerien und Institutionen, in denen die GMT vertreten ist, sowie Gespräche mit Abgeordneten der Bundestagsfraktionen eine wichtige Basis.

Die Autorin:

Dipl.-Oz. Petra Mahnke, Geschäftsführerin, Gesellschaft für Maritime Technik e.V. (GMT), Hamburg

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Von: Petra Mahnke
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Dipl.-Oz. Petra Mahnke

Geschäftsführerin, Gesellschaft für Maritime Technik (GMT), Hamburg

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