Abgesehen von den nach wie vor bedeutenden Zuläufen in den verschiedenen Segmenten der deutschen Handelsflotte gibt es noch einige Neubauten, die besonderer Beachtung wert sind. Es betrifft vor allem die Schwergut- und die Schleppschifffahrt. Aber auch, irgendwie auf andere Weise herausragend, das »EShip 1« über das an anderer Stelle gesondert berichtet wird.
Doch zuvor ganz kurz noch ein anderes Thema. Leider gibt es Reedereien, die sich an der Erfüllung der anlässlich der 6. Nationalen Maritimen Konferenz 2009 gegenüber der Bundesregierung abgegebenen Verpflichtung, bis Ende 2010 600 Schiffe unter die deutsche Flagge zu bringen, nicht beteiligen. Ende 2010 waren es nur 439, was in Anbetracht einer rund 3.500 Schiffe umfassenden deutschen Handelsflotte nur als Armutszeugnis gewertet werden kann, und zwar selbst wenn berücksichtigt wird, dass die Bundesregierung seinerzeit zugestimmt hat, dass bei sich verschlechternder wirtschaftlicher Lage 500 Schiffe die Richtzahl sein sollte. Leider gehen dabei die Bemühungen derjenigen Reedereien unter, die, wie verabredet, einen angemessenen Teil ihrer Schiffe unter deutscher Flagge einsetzen, nicht selten eine sogar noch deutlich darüber hinaus gehende Anzahl. So führten beispielsweise von den 114 von der Niederelbe Schifffahrtsgesellschaft, Buxtehude, bereederten Schiffe allein 68 die deutsche Flagge.
Eine gewollt provokante Demonstration in Richtung der »Trittbrettfahrer« war es daher, als der Hamburger Reeder Claus-Peter Offen Mitte Dezember 2010 im Hamburger Hafen unter den Augen der Öffentlichkeit auf seinem Mega-Containerschiffsneubau MSC La Spezia die Flagge Liberias niederholen und dafür die schwarz-rot-goldene setzen ließ. Die MSC La Spezia gehört mit ihrer Stellplatzkapazität von 14.000 TEU übrigens zu den größten Containerschiffen der Welthandelsflotte. Das Schwesterschiff MSC Livorno hat gleich bei der Übernahme von seiner koreanischen Bauwerft Daewoo die deutsche Flagge gesetzt.
Weltmeister unter den Schwergutschiffen ist die Ende 2010 von der Hamburger Sietas Werft an die Schwergutreederei SAL Schiffahrtskontor Altes Land mit Sitz in Steinkirchen abgelieferte Svenja, die ebenfalls unter deutsche Flagge gekommen ist.
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