IMO beschließt Abkehr vom Schweröl / SDN erwartet Ende der illegalen Einleitung
(Husum/Cuxhaven/Varel i.O.) Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste SDN begrüßt
außerordentlich den Empfehlungsbeschluss des Umweltausschusses (MEPC) der internationalen
Seeschifffahrtsorganisation (IMO) in London.
Nach monatelangen schwierigen Verhandlungen über den Einsatz sauberer Schiffstreibstoffe
konnte nun der entscheidende Durchbruch erzielt werden. Ab 2020 sollen Schiffe nur noch
mit schwefelarmen Bunkerölen (Destillaten) fahren dürfen. Auf Nord- und Ostsee gilt dies
schon ab 2015. Nord- und Ostsee sind sogenannte Schwefelemissionsüberwachungsgebieten
(SECAs), in denen bereits heute hohe Standards für Schweröl gelten. Die SDN geht nun
davon aus, dass die Vollversammlung der IMO diesen Empfehlungsbeschluss offiziell im
Oktober umsetzen wird.
Für die SDN ist das der richtige Schritt für mehr Umweltschutz auch an den Küsten. „Die
Küstenkreise und Gemeinden, deren wirtschaftliche Existenz vom Tourismus abhängt, sind
in besonderer Weise auf eine intakte Umwelt mit sauberem Wasser und reiner Luft angewiesen“,
so der Vorstandssprecher Hans von Wecheln.
Die Emissionen aus der Verbrennung von Schweröl in der Schifffahrt würden die Küste mit
Schwefel- und Stickoxiden sowie Feinstaub belasten. Diese Luftbelastung sei eine schleichende
Gefahr für die Gesundheit und Umwelt und unvereinbar mit dem Prädikat als Erholungs-
und Luftkurort. Zusätzlich verschmutze die illegale Entsorgung von Verbrennungsrückständen
das Meer und die Küste. Abhilfe könne nur durch ein Verbot der Schweröle und
Einsatz „sauberer“ Destillate geschaffen werden. Auch illegale Einleitungen von Verbrennungsrückständen
wie kürzlich vor den nordfriesischen Inseln mit Verschmutzungen der
Stränden und Tötung von Seevögeln würden dann endlich aufhören, meint von Wecheln.
Die SDN und ihre Mitgliedskreise hatten sich daher in der Vergangenheit an Bundesverkehrsminister
Tiefensee gewand und politische Unterstützung für die deutsche Initiativen
zugesichert.
„Mit der langen Überganszeit könne man leben“, so die SDN, da nun weltweit die Raffinerieindustrie
technisch umrüsten und langfristig planen müsse, um die benötigen Mengen saubere
Treibstoffe zu produzieren.
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