Goldmann: Maritimes Sicherheitszentrum ist nur Potemkinisches Dorf ‑ Nationale Küstenwache endlich schaffen
Berlin, 14. März 2008 - Anlässlich der letzten Sitzung der Föderalismuskommission II und
aktueller Entwicklungen in Sachen MSZ und Küstenwache, erklärt der
schifffahrts- und hafenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion,
Hans-Michael Goldmann:
Seit der Havarie der „Pallas“ 1998 in der Deutschen Bucht warten die
Menschen an der Küste darauf, dass die Bundesregierung die Empfehlungen
der damaligen Expertenkommission umsetzt. Doch bis heute weigert sich
die Regierung, eine Nationale Küstenwache zu schaffen. Stattdessen
wurden Einrichtungen wie das Havariekommando und das Maritime
Sicherheitszentrum (MSZ) in Cuxhaven ins Leben gerufen, die über
komplizierteste Verwaltungsverträge organisiert wurden.
Immer wieder gab es in den letzten Jahren berechtigte Kritik des
Bundesrechnungshofes, von Juristen, Umweltschutzorganisationen und
kommunalen Verbänden an den rechtlichen Konstruktionen und an der
Effizienz dieser neuen Einrichtungen. Allein die Einrichtung des MSZ ist
eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Im Gegensatz zur Behauptung der
Bundesregierung, dass das MSZ eine tolle Sache sei, hat der BRH
eindeutig kritisiert, dass der wirkliche Wille der Bundesregierung zu
einer effizienten Zusammenführung der maritimen Kräfte nicht erkennbar sei.
Angesichts dessen, dass seit der Unterzeichnung der
Verwaltungsvereinbarung über das MSZ, noch keine der beabsichtigten
Betriebskonzepte unter Dach und Fach sind und angesichts der vielen
offenen rechtlichen und organisatorischen Fragen des MSZ kann man beim
MSZ nur noch von einem Potemkinischen Dorf sprechen, auch wenn immer
wieder seitens des Verkehrsministeriums betont wird, wie gut man kooperiere.
Die FDP-Bundestagsfraktion hat deshalb einen Antrag beschlossen, in dem
wir die Bundesregierung auffordern, endlich eine echte Nationale
Küstenwache zu schaffen und nicht nur einen Koordinierungsverbund, der
vom guten Willen aller Beteiligter abhängt. Zu diesem Zweck muss die
Bundesregierung endlich alle maritimen Bundeskompetenzen bündeln und in
einem zweiten Schritt mit den Ländern die Übertragung der entsprechenden
Länderkompetenzen vereinbaren.
Die FDP unterstützt deshalb die Bemühungen der Föderalismuskommission
II, die jetzt ebenfalls über die Schaffung einer Nationalen Küstenwache
berät. Der Kurswechsel der SPD-Bundestagsfraktion in dieser Frage ist
bemerkenswert. Endlich hat die SPD-Bundestagsfraktion Ihren Widerstand
gegen eine Küstenwache aufgegeben. Doch leider sind diese Erkenntnisse
noch immer nicht im SPD-geführten Verkehrsministerium angekommen, das
sich nach wie vor uneinsichtig zeigt.
Ich erwarte von den Regierungsfraktionen, dass sie endlich auch auf ihre
Regierung in dieser Sache Einfluss nehmen und den Irrweg des
Verkehrsministeriums beenden.
Weitere Hintergrundinformationen und einige Quellen finden Sie unter:
http://goldmann.fdp-internet.de/?call-id=133-0-828-3550-0-0-0
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