Der Umschlag in den niedersächsischen Seehäfen bewegt sich nach Ablauf des dritten Quartals weiterhin in etwa auf dem Niveau von 2007. Mit 46,450 Millionen Tonnen wurde das Ergebnis des Vorjahres knapp unterboten, hier lag das Umschlagsvolumen bei 47,186 Tonnen. Deutliche Zuwächse konnten die Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden und Stade verzeichnen. Leichte Umschlagsrückgänge mussten die Standorte Nordenham und Wilhelmshaven hinnehmen.
Angeführt wird die Statistik nach dem 3. Quartal vom Seehafen Brake: 16 % Wachstum konnte hier generiert werden, insgesamt kommt der Weser-Hafen auf 4,347 Millionen Tonnen. Im Agri-Bereich wurden 1,593 Millionen Tonnen Futtermittel (+ 28 % / 1,246 Millionen Tonnen von Januar bis September 2007) und 777.259 Tonnen Getreide seit Jahresbeginn umgeschlagen. Auch die Verladungen von Eisen & Stahl konnten mit 348.086 Millionen Tonnen deutlich gesteigert werden (+ 92 % / 181.732 Tonnen nach dem 3. Quartal 2007).
In Cuxhaven belief sich das Umschlagsvolumen auf 1,541 Millionen Tonnen, was einen Zuwachs von 4 % bedeutet (1,478 Millionen Tonnen von Januar bis September 2007). Bedingt wurde dieses durch vermehrten Umschlag von Kraftfahrzeugen (+ 4 % / 184.300 Stück von Januar bis September 2008; 177.758 Stück im Vergleichszeitraum 2007) sowie durch Zuwächse im Massengutbereich (360.200 Tonnen von Januar bis September 2008; 248.563 Tonnen in 2007).
Emden wächst erneut zweistellig um 10 %, 3,404 Millionen Tonnen wurden hier seit Jahresbeginn umgeschlagen (3,087 Millionen Tonnen von Januar bis September 2007). Massengüter wie Steine & Erden (+ 48 % / 716.195 Tonnen in den ersten drei Quartalen 2008; 485.283 Tonnen in 2007) sowie Flüssiggüter (+ 80 % / 131.388 Tonnen von Januar bis September 2008; 72.793 Tonnen in 2007) trugen zu diesem positiven Ergebnis bei. Maßgeblich entwickelte sich auch der Stückgutbereich und hier u.a. die Verladungen für die Windenergieindustrie: 204.213 Tonnen bedeuten ein Plus von 57 % in diesem Segment (130.327 Tonnen nach dem 3. Quartal 2007). Ebenfalls weiterhin auf hohem Niveau bewegen sich der Kraftfahrzeugumschlag (786.586 Fahrzeuge von Januar bis September 2008) und der Umschlag von Forstprodukten (554.194 Tonnen von Januar bis September 2008).
Im Seehafen Nordenham schlug man in den ersten drei Quartalen insgesamt 2,536 Millionen Tonnen um. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergibt sich dabei ein Minus von 14 % (2,948 Millionen nach Ablauf des 3. Quartals 2007). Ursache sind hier die obligatorischen Revisionen in den über Nordenham belieferten Kohlekraftwerken im Zeitraum Juli bis August. Der Kohleumschlag, eines der wichtigsten Geschäftsfelder im Hafen Nordenham, ging seit Jahresbeginn um 18 % zurück (1,309 Millionen Tonnen von Januar bis September 2008 / 1,589 Millionen Tonnen von Januar bis September 2007).
Einen Rückgang des Umschlagsvolumens gab es auch in Wilhelmshaven. Mit 29,623 Millionen Tonnen wurden 5 % weniger Güter umgeschlagen als in den ersten neun Monaten in 2007 (31,052 Millionen Tonnen). Der verminderte Im- und Export von Rohöl ist nur eine Begründung hierfür. Während von Januar bis September 2007 noch 22,492 Millionen Tonnen Rohöl in Wilhelmshaven umgeschlagen wurden, waren es im gleichen Zeitraum in diesem Jahr nur 20,689 Millionen Tonnen (- 8 %). Das Drittgeschäft mit der Einlagerung von Rohölreserven durch Händler und Bevorratungsorganisationen läuft nicht zuletzt aufgrund des gesunkenen Ölpreises möglicherweise erst jetzt richtig an und lässt bis Jahresende wieder auf steigende Zahlen hoffen. Hinzu kam eine routinemäßige Revision der Anlagen der Raffinerie, die Mitte September wieder angefahren wurde. Hieraus ergibt sich u. a. der Rückgang beim Umschlag von Mineralölprodukten (- 17 % / 5,551 Millionen Tonnen nach dem 3. Quartal 2008; 6,715 Millionen Tonnen in 2007). Weiterhin nach oben entwickelt sich dafür der Kohleumschlag an der Niedersachsenbrücke in Wilhelmshaven: Mit 1,684 Millionen Tonnen hat sich das Volumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt (785.257 Tonnen nach Ablauf des 3. Quartals 2007).
In Stade kam man mit 4,494 Millionen Tonnen auf ein Umschlagsplus von 5 % (4,277 Millionen Tonnen von Januar bis September 2007). Insbesondere der Umschlag von Bauxit und Natronlauge trug zu diesem Ergebnis bei.
Die drei kommunalen Seehäfen Leer, Oldenburg und Papenburg mussten im Seeverkehr Einbußen hinnehmen. Leer verlor um 15 % (83.360 Tonnen in den ersten drei Quartalen 2008 / 97.641 Tonnen in 2007), Oldenburg schlug mit 64.000 Tonnen seit Jahresbeginn 17 % weniger Güter um im Vergleich zum Vorjahr (77.500 Tonnen in 2007). In Papenburg konnte man beim Umschlag von Massengütern ein Plus von 11 % verbuchen (157.654 Tonnen von Januar bis September 2008 / 142.634 Tonnen von Januar bis September 2007). Den Rückgang beim Umschlag von Stückgütern in Papenburg insgesamt (- 29 % / 196.997 Tonnen seit Jahresbeginn 2008; 277.438 Tonnen in 2007) konnte auch ein Plus von 58 % bei den Schiffs- und Maschinenteilen mit 126.520 umgeschlagenen Tonnen nicht kompensieren.
"Die Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden und Stade haben ein tolles Ergebnis eingefahren", bestätigt Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Seaports of Niedersachsen GmbH. Nun hoffe er auf eine Erholung des Umschlags in den übrigen Standorten. "Natürlich sind auch unsere Häfen von Schwankungen auf den Märkten abhängig, die der derzeitigen Wirtschaftssituation zugrunde liegen. Langfristig aber gehen wir von einer stabilen Entwicklung nach oben aus", so Bullwinkel.
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