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Marineschiffbau in Deutschland – quo vadis

Werner Lundt
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Autor Werner Lundt
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Weltweite Veränderungen fordern ihre Beantwortung auch im Bereich des Marineschiffbaus in Deutschland. Dieser trug bislang mit einer Wertschöpfung von rund 25 Prozent zum Umsatz der gesamten nationalen Schiffbauindustrie bei und wies dabei eine Exportquote von über 70 Prozent aus. In Deutschland liegt der Marineschiffbau in der Hand von Werften und Unternehmen der maritimen Zulieferindustrie, die ausschließlich privatwirtschaftlich aufgestellt sind und zudem weitgehend eine zivile Produktpalette anbieten, um Auslastungsschwankungen in den unterschiedlichen Segmenten besser ausgleichen zu können.
Komplexe Anforderungen werden durch innovative Lösungen von hoher Exzellenz für anspruchsvolle Kunden im In- und Ausland bei Unterwasser- wie Überwassersystemen und Plattformen sichergestellt. Technologisch Maßstab setzende Projekte für die Deutsche Marine dienen als überzeugende Referenz für den Export. Dies gilt ebenso für hoch effiziente U-Boote, wie auch Überwasserschiffe und Komponenten aus deutscher Entwicklung und Fertigung.
Im Unterschied zu Deutschland hat sich in wichtigen Wettbewerbsländern, wie in Frankreich, Italien, Spanien, USA und UK in der Marinetechnik eine Unternehmensstruktur ausgeprägt, die in deutlich höherem Umfang von nationalen Rüstungsaufträgen lebt. Überdies ist die Marineschiffbauindustrie in Spanien, Frankreich und Italien durch staatliche Eigentümerstruktur charakterisiert. Entsprechend deutlich exponieren sich dort die nationalen Regierungen durch Unterstützungsmaßnahmen zur Auslastung ihrer Unternehmen.
Die finanzmarktinduzierte weltweite Wirtschaftskrise hat seit Herbst 2008 die Nachfrage nach Handelsschiffneubauten, insbesondere in den Volumenmärkten, dramatisch einbrechen lassen. Parallel dazu verstärkt der weltweite Ausbau von Produktionskapazitäten, insbesondere in Asien, ein gefährliches Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.
Weltweiter Nachfrageeinbruch und Preisverfall sind nicht ohne Auswirkungen auf die Schiffbauindustrie in Deutschland geblieben. Allerdings gelang es ihr, durch weitere Spezialisierung auf technologisch anspruchsvolle und innovative Produkte und Dienstleistungen eine wettbewerbsfähige Antwort zu finden. Dazu zählt auch das Angebotsportfolio im Marineschiffbau sowie im Sonder- und Behördenschiffbau.
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Autor
  • Werner Lundt
    Werner Lundt

    seit 2004 Hauptgeschäftsführer Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. 2002 - 2004 Geschäftsführer Technik, Peene Werft 1998 - 2001 Geschäftsführer, Volkswerft Stralsund 1997 - 1998 Executive Vice President Lisnave Shipyard, Portugal 1981 - 1985 Flender Werft Betriebsleiter 1972 - 1996 HDW Kiel (1990 - 1996: Vorstand Technik)

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