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    Immer mehr Piraten vor den Küsten Afrikas

     
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    Berlin, 17. Oktober 2007 ­‑ Der aktuelle Pirateriebericht des International Maritime Bureaus, einer Organisationseinheit der Internationalen Handelskammer (ICC), verzeichnet für die ersten drei Quartale weltweit fast 200 Piratenüberfälle. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2006 stieg die Zahl der Angriffe in diesem Jahr um 14 Prozent. Zu besonderen Hochrisikogebieten haben sich insbesondere Somalia und Nigeria entwickelt.

    In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 198 Überfälle gemeldet, während das International Maritime Bureau im vergangenen Jahr in der gleichen Zeit nur 174 Angriffe verzeichnete. Insgesamt wurden 15 Schiffe geraubt, 172 Seeleute als Geiseln genommen, 63 entführt und 21 verletzt. Wenn der Trend anhält, wird der Rückgang der Piraterie, der seit 2004 zu verzeichnen war, seine Talsohle erreichen. Die Angriffe auf Besatzung, Kidnapping und insbesondere Lösegeldforderungen stiegen im Vergleich zum Jahr 2006 dramatisch an.

    Somalia ist ein Hochrisikogebiet. In diesem Jahr wurden bislang in den ersten neun Monaten 26 Vorfälle gemeldet, im Vergleichszeitraum 2006 verzeichnete das IMB lediglich 8 Übergriffe. Dies ist die höchste Zahl von Vorfällen, die jemals vor den Küsten des ostafrikanischen Landes gemeldet wurde und zeigt die eklatante Missachtung des Gesetzes. Das IMB befürwortet eine Initiative der International Maritime Organization, den Fall vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Dies sei notwendig, um die Zahl der Piratenattacken und bewaffneter Raubüberfälle zu senken.

    Auch in den nigerianischen Gewässern ist die Anzahl der Übergriffe stark gestiegen. Während es im Vorjahreszeitraum nur 9 Vorfälle gab, so waren es in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits 26. In Nigeria nehmen kriminelle Banden für sich in Anspruch, politische Ziele zu verfolgen. Nigeria hat eine Küstenwache eingesetzt, die helfen soll, die Sicherheit und den Schutz vor den Küsten des Landes zu erhöhen.

    Ebenso wurden aus Tansania mehr Vorfälle gemeldet. Die Zahl der Vorfälle stieg von vier auf neun in diesem Jahr an. Hier entern Piraten die Schiffe, fahren auf See und brechen die Container an Deck auf.

    Während die Küsten Afrikas weltweit zu den gefährlichsten gehören, verzeichnet die Straße von Malakka vor Indonesien weiterhin einen Rückgang von Überfällen. Dafür verantwortlich sind umfangreiche Maßnahmen, die von den Anrainerstaaten länderübergreifend umgesetzt wurden. Insbesondere Indonesien und Thailand haben ihre Einsatzkräfte weiter verstärkt.

    Das IMB Piracy Reporting Center ist die einzige Einrichtung seiner Art weltweit. Es ermöglicht den Schiffseignern, Vorfälle jederzeit und von jedem Ort aus zu melden. Das Center stellt Pirateriereporte zusammen, veröffentlicht Warnungen, leistet Schiffen, die überfallen werden, Hilfestellung und koordiniert medizinische Hilfe und Unterstützung durch die zuständigen lokalen Behörden.

    Der komplette IMB Report kann angefordert werden unter: http://www.icc-ccs.org/main/publication.php.


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