Insgesamt 64,575 Millionen Tonnen umgeschlagen - Ausbaumaßnahmen schaffen Grundlage für weiteres Umschlagswachstum
Mit einem Umschlagsergebnis im Seeverkehr in Höhe von 64,575 Mio. Tonnen haben die niedersächsischen Seehäfen das Jahr 2007 abgeschlossen. Dies gab Wirtschaftsminister Walter Hirche auf der heutigen Jahrespressekonferenz der Seehäfen in Hannover bekannt. "Wir haben wieder ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr", freute sich Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen. Prächtig entwickelt habe sich der seewärtige Umschlag besonders in den Standorten Emden, Cuxhaven, Nordenham und Stade-Bützfleth.
Brake verzeichnete ein leichtes Minus von etwa 2 % (von 5,505 Millionen Tonnen in 2006 auf 5,377 Millionen Tonnen in 2007), das insbesondere auf den Einbruch im Holzumschlag im 1. Halbjahr 2007 zurückzuführen ist. Die Immobilienkrise in den USA zeigte auch hier Wirkung. Im 2. Halbjahr gelang dem Hafen Brake jedoch eine bemerkenswerte Aufholjagd. Beim Getreideumschlag verbuchte der Standort überdurchschnittliche Zuwachsraten (von 395.112 Tonnen in 2006 auf 713.501 Tonnen in 2007). Der Ausbau Brake-Nord wird eine dringend notwendige Erweiterung der Kapazitäten insbesondere für den Forstproduktenumschlag schaffen. Auch im Bereich Windenergie, im Segment Eisen & Stahl und möglicherweise auch beim Umschlag von Biomasseprodukten soll hierdurch weiteres Wachstum generiert werden.
In Cuxhaven schloss man das vergangene Jahr mit einem Plus von etwa 6 % bei einem Umschlagsergebnis von insgesamt 1,979 Millionen Tonnen im Seeverkehr ab (1,871 Millionen Tonnen in 2006). Mit der Errichtung einer Schwerlastplattform wird in Cuxhaven der Grundstein für die Erweiterung der bereits vorhandenen Aktivitäten im Bereich der Off-Shore-Windenergie gelegt. Für zusätzliches Wachstum beim Automobilumschlag wird dringend ein vierter Liegeplatz benötigt. Einer erwarteten deutlichen Steigerung im Short-Sea-Containerverkehr begegnete man auf Betreiberseite bereits durch Anschaffung einer Containerbrücke. Sie soll die Produktivität bei der Abfertigung deutlich erhöhen.
Der Seehafen Emden glänzte mit einem Gesamtergebnis von 4,133 Millionen Tonnen und damit einem Zuwachs von 9 % (3,794 Millionen Tonnen in 2006). Erstmals wurden in 2007 mehr als 1 Million Neufahrzeuge via Emden verladen, womit der Standort seine Position als drittgrößter europäischer Seehafen für den Fahrzeugumschlag sicherte. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Automobilumschlag um 9 % zu. Ein Umschlagsplus gab es ebenfalls bei den Forstprodukten, hier wurde mit 752.281 Tonnen ein Plus von rund 5 % gegenüber 2006 erreicht. Der Umschlag von Stückgütern, wie etwa Teile für Windenergieanlagen, konnte auf 188.238 Tonnen gesteigert werden (113.785 Tonnen in 2006).
Die aufstrebende Entwicklung zeigt, wo die Möglichkeiten des Seehafen Emden zu sehen sind. So plant die Schenker AG als Muttergesellschaft der EVAG Investitionen in die Herrichtung von 233.000 m² zusätzlicher Verkehrs- und Stellfläche für Neufahrzeuge. Hierdurch stehen künftig in Emden weitere 12.000 Stellplätze zu den bereits verfügbaren 35.000 zur Verfügung. Benötigt würde in diesem Zusammenhang dann mittelfristig auch eine Zusage der Landesregierung für den Bau eines gewünschten zusätzlichen Großschiffliegeplatzes an der Ems. Darüber hinaus bestehen sehr gute Aussichten für einen Ausbau der Aktivitäten im Wind-energie-Bereich, da die Off-Shore-Windfarmen vor Borkum von Emden als Basishafen aus betreut werden sollen. Gleiches gilt für das Überseegeschäft der Windenergie-Branche.
In Nordenham gab es mit einem Umschlagsvolumen von 3,929 Millionen Tonnen im Seeverkehr ein Plus von fast 4 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders der Bereich Stahl hat hier hinzugewonnen, 501.111 Tonnen wurden in 2007 umgeschlagen, rund 36 % mehr als in 2006 (367.557 Tonnen). Ebenfalls positiv entwickelt hat sich der Umschlag von Mineralölprodukten, mit 469.393 Tonnen wurde ein Plus von etwa 12 % gegenüber dem Vorjahr erreicht (420.667 Tonnen in 2006). Wilhelmshaven meldete ein Umschlagsvolumen von 42,738 Millionen Tonnen für 2007. Steigern konnte man den Umschlag von Chemieprodukten. Auch der Bereich Kohle gewann hinzu, 1,359 Millionen Tonnen (+ 2 % von 1,331 Millionen Tonnen in 2006) wurden trotz geplanter Revision im Kraftwerk umgeschlagen. Im Roh- und Mineralölumschlag konnten gute Ergebnisse erzielt werden und für 2008 ist man ebenfalls optimistisch. Lediglich beim Drittgeschäft musste ein Mengenrückgang hingenommen werden: Aufgrund der Preisschwankungen wurden die finanziell attraktiven Rohöllager genutzt und somit die Umschläge vorübergehend etwas reduziert. Insgesamt ging der Umschlag in Wilhelmshaven gegenüber dem Vorjahr um 1 % zurück (43,107 Millionen Tonnen in 2006).
Die Electrabel Deutschland AG plant in Wilhelmshaven den Bau eines modernen Kohlekraftwerks mit 800 Megawatt Leistung. Die Kohlelogistik übernimmt Rhenus, ein entsprechender Vertrag wurde kürzlich unterzeichnet. Möglich ist dies unter anderem aufgrund des geplanten Ausbaus der "Niedersachsenbrücke" durch die Hafeninfrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports. Der Betreiber Rhenus wird in entsprechende Technik und Einrichtung der Lagerflächen investieren, wodurch sich künftig die Umschlagleistung auf 4.000 Tonnen pro Stunde erhöht. Ein zweistelliges Wachstum erreichte mit insgesamt 5,659 Millionen Tonnen der Seehafen Stade-Bützfleth. Etwa 15 % mehr Ladung konnte im Standort an der Elbe umgeschlagen werden (4,924 Millionen Tonnen in 2006). Insbesondere Bauxit (2,680 Millionen Tonnen in 2007 / 2,030 Millionen Tonnen in 2006) und Produkte der chemischen Industrie (1,030 Millionen Tonnen in 2007 / 964.553 Tonnen in 2006) sind Träger dieser guten Entwicklung.
Die drei kommunalen Seehäfen Leer, Oldenburg und Papenburg kamen zusammen auf ein Ergebnis von 757.279 Tonnen im seewärtigen Umschlag, gegenüber dem Vorjahr ergibt sich damit ein Plus von etwa 5 %.
Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH erklärte: "Der Umschlag in den niedersächsischen Seehäfen hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Beweis dafür, dass die gezielten Investitionen in Infra- und Suprastruktur Wirkung zeigen." Gerade die Kernsegmente Automobilumschlag, Windenergie, Eisen & Stahl und Forstprodukte würden sich hervorragend entwickeln. "Erweiterungs- und Ausbaumaßnahmen in den verschiedenen Standorten bergen Potential für weiteres Wachstum", so Bullwinkel abschließend.
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