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Wenn die Winde wehen, setzen wir Segel - In einem Boot zu neuen Zielen - Ansprache des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf,

Wenn die Winde wehen, setzen wir Segel - In einem Boot zu neuen Zielen - Ansprache des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf,
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Es ist gewachsener und guter Brauch, dass der Inspekteur der Marine die HiTaTa auf Einladung des Befehlshabers der Flotte mit einer Ansprache beschließt. Für mich ist dies in doppelter Hinsicht wichtig. Zum einen trete ich als (ziemlich) neuer Inspekteur erstmals vor den HiTaTa-Kreis, der ja schon aufgrund seiner Zusammensetzung etwas Besonderes ist. Zum anderen ist unsere Marine zurzeit an vielen Fronten gefordert; folglich prägt das Einsatzgeschehen unser Tagesgeschäft. Auch sind wir gerade dabei, mit Blick auf die anstehende Bundeswehrreform, ausgesprochen schwierige und fordernde Fahrwasser zu durchsteuern. All dies sind gute Anlässe, um über Position, Kurs, Fahrt und »navigatorische« Herausforderungen zu sprechen und um einige Eindrücke von der »Brücke« zu präsentieren. Aber auch eine gute Gelegenheit, um uns alle auf gemeinsame Ziele einzuschwören. Das liegt mir ganz besonders am Herzen, denn unsere Marine ist klein: Wir können und wollen es uns nicht leisten, unsere Kräfte beliebig zu verschleißen und zu verschwenden. Wir müssen sie in den Dienst unserer gemeinsamen Sache stellen. Zu Beginn möchte ich, quasi außerhalb der Agenda, zwei Themen aufgreifen, Themen, die Bezug zu unserer Werteorientierung haben.
 Erinnern Sie sich an die Worte meines Vorgängers anlässlich der letzten HiTaTa. Mit Blick auf die Einweihung des neuen Ehrenmals der Bundeswehr als Teil der öffentlichen Erinnerungskultur betonte Admiral Nolting, dass dieses Ehrenmal eine Lücke schließen, aber nicht bewährte Gedenkorte verdrängen würde. Gedenken und Trauerarbeit bleiben individuell. Aber mit Blick auf die Marine bedarf beides eines sinnstiftenden Rahmens der kollektiven Erinnerungskultur ohne Exklusivitätskritierien innerhalb unserer maritimen Gemeinschaft. Daher wurde entschieden, das Ehrenbuch der Flotte in ein Ehrenbuch der Marine umzuwandeln, damit alle im Dienst verstorbenen Marineangehörigen Eingang in unser Totenbuch finden.
 Wir haben die im letzten Jahr getroffene Entscheidung umgesetzt. Vor zwei Tagen haben wir das neue Ehrenbuch der Marine im Rahmen einer kleinen und feierlichen Gedenkveranstaltung im Marine-Ehrenmal Laboe in die Obhut des Deutschen Marinebundes übergeben; im Marine-Ehrenmal Laboe, unserem Ort des maritimen Gedenkens, unserem Ort des Trauerns und Erinnerns, dem Ort unserer eigenen maritimen Erinnerungskultur.
 Mein zweiter kurzer Exkurs richtet sich auf das Bild des Soldaten. Mit gewisser Sorge stelle ich fest, dass es einige (wenn auch wenige) Stimmen gibt, die feststellen, dass die Einsatzrealität der Bundeswehr einen neuen Soldatentypus hervorbringen müsse. Hier verbergen sich Tendenzen, die das Bild des »archaischen Kämpfers« oder des »Hightech-Kriegers« bemühen. Damit – so glaubt manch einer – begegne man heute angemessen der Wirklichkeit.
 Aber gezeichnet wird hier nur das Bild des auf den Kampf verengten Kriegers, der, weitgehend losgelöst von seinem unmittelbaren Wirkungsumfeld, sein Streben schlicht im Ausüben seines Handwerks im Einsatz sieht – der moralische Anspruch bleibt dabei deutlich zurück!  

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