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    Seepiraterie: Q1-Zahlen 2010- Pirateriezahlen gehen zurück, aber Piraten dehnen Einzugsgebiet aus

     
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    Kuala Lumpur/Berlin, 21. April 2010 – Für die ersten drei Monaten 2010 meldet das Internationale Schifffahrtsbüros (IMB), das zur Internationalen Handelskammer (ICC) gehört, weltweit 67 Piratenangriffe. Laut dem heute veröffentlichten Quartalsbericht wurden 26 Schiffe geentert, 18 beschossen und 11 entführt. Dabei wurden 194 Seeleute als Geiseln genommen und 12 verletzt. Dies stellt im Vergleich zu den Q1-Zahlen 2009 mit damals 102 Angriffen einen starken Rückgang dar. Er ist insbesondere auf die Militärpräsenz vor den Küsten Afrikas zurückzuführen.

    Auf das Konto somalischer Piraten gehen insgesamt 35 Angriffe, bei denen in neun Fällen Schiffe entführt wurden. Nicht nur vom Golf von Aden und dem südlichen Teil des Roten Meeres, sondern auch von der Küste Omans und dem Arabischen Meer wurden Angriffe gemeldet. Die Überfälle haben sich in den Süden bis hin zur Straße von Mosambik – ungefähr 775 Seemeilen von Mogadischu entfernt – ausgedehnt. Im Indischen Ozean wurde ein Frachtschiff etwa 670 Seemeilen östlich von der Inselgruppe Sokotra erfolgreich entführt.

     

    Der Direktor des IMB Kapitän Mukundan sagte: “Die unterschiedliche Lage der Orte im Indischen Ozean, an denen sich Überfälle ereignet haben, zeigt den vergrößerten Einsatzbereich und die Möglichkeiten der somalischen Piraten“. Angriffe, die so weit von den Küsten Somalias entfernt stattfinden würden, könnten nur über den Einsatz von Mutterschiffen erfolgen.

     

    Es gebe eine Anzahl aktueller Beispiele, bei denen die Marineeinheiten verdächtige Piratenaktivitäten unterbunden hätten, indem Boote zerstört und die Ausrüstung im Indischen Ozean beschlagnahmt wurden. „Solche positiven und nachhaltigen Aktionen der Marineeinheiten gegen Mutterschiffe, Ruderboote und Piratengruppen sind entscheidend, um die Angriffe unter Kontrolle zu halten. Sie müssen fortgeführt werden,” forderte Kapitän Mukundan.

    Von der Ost- und Südküste Somalias wurden in den ersten drei Monaten 18 Vorfälle gemeldet, bei denen fünf Schiffe entführt und elf beschossen wurden. Im Vergleichszeitraum (Q1 2009) hatte es 21 Angriffe und vier Entführungen gegeben. Im Vergleich zum vierten Quartal 2009 ist eine Verringerung der Angriffe festzustellen, da von Oktober bis Dezember 2009 von hier aus noch 33 Angriffe und 13 Entführungen gemeldet wurden. Die Verringerungen könnten auf die speziellen Marineaktivitäten sowie den Monsunregen zurückzuführen sein, der sich erst Ende Februar/Anfang März abgeschwächt hatte.

     

    Vom Golf von Aden und den anliegenden Seegebieten Rotes Meer und Arabisches Meer wurden 17 Überfälle und vier entführte Schiffe gemeldet. Im ersten Quartal 2009 hatte es in dieser Region noch 41 Angriffe und fünf Entführungen gegeben. Die Abnahme lässt sich auf die kontinuierliche Präsenz und den Einsatz von Streitkräften im Golf von Aden und Anti-Piraterie-Maßnahmen der Handelsflotten zurückführen.

     

    Aus Nigeria wurden im ersten Quartal 2010 nur zwei Vorfälle gemeldet. Allerdings werde dort mit besonderer Gewalt gegen die Besatzungsmitglieder vorgegangen.

     

    Das IMB ruft alle Kapitäne, Eigner sowie andere Verantwortliche in der Schiffsindustrie dazu auf, alle erfolgten sowie erfolgreich abgewehrten Piratenangriffe dem Piracy Reporting Centre zu melden. Dieses erstellt entsprechende Berichte, die unverzüglich den Behörden und Regierungen der betroffenen Länder zur Kenntnis gebracht werden. Nur so könne das Ausmaß des Problems erkannt und angemessene Maßnahmen ausgelöst werden.

     

    Der Report kann elektronisch angefordert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich alle Vorfälle auf der IMB Pirateriekarte genau anzeigen zu lassen: www. icc-ccs.org

     

     

    Captain Pottengal Mukundan, Director
    ICC International Maritime Bureau (IMB)
    Tel: +44 20 7423 6960

    Email: pmukundan@icc-ccs.org

     

    Katrin Rupprecht,

    Pressesprecherin

    Internationale Handelskammer (ICC) Deutschland

    Tel: 030 – 200 73 63 20.

     

     

    Zur Internationalen Handelskammer:

    Die Internationale Handelskammer (ICC) ist die größte weltweit tätige, alle Branchen umfassende Wirtschaftsorganisation. Sie ist in nahezu 130 Ländern vertreten. Vorrangige Ziele der ICC sind die Förderung des Welthandels und die Sicherstellung der Prinzipien der freien Marktwirtschaft. Als Vertretung der Wirtschaft ist sie Dialogpartner für internationale Institutionen und nationale Regierungen.

     

    ICC bietet der Weltwirtschaft mit dem rund um den Globus gespannten Netzwerk ihrer renommierten Commercial Crime Services (CCS) eine zentralisierte Institution zur Bekämpfung der Kriminalität. Der Hauptsitz der ICC Commercial Crime Services befindet sich in London. Zu diesem gehört auch die Spezialeinheit International Maritime Bureau (IMB) mit dem Pirary Reporting Centre in Kuala Lumpur. Das IMB ist weltweit führend bei der Bekämpfung der Seepiraterie. http://www.icc-ccs.org

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