"Es ist Land in Sicht – aber wir können auf Rettungswesten noch nicht verzichten!", so fasste Werner Lundt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), im Anschluss an die jährliche Mitgliederversammlung seines Verbandes die Lage der Branche zusammen. Trotz positiver Signale sei die Krise für den deutschen Schiffbau noch nicht überstanden.
Das Jahr 2010 habe zwar einige Lichtblicke im Auftragseingang besonders gegen Ende des Jahres erbracht, aber diese hätten längst nicht alle Unternehmen erreicht. Der Auftragseingang zeige, dass fast ausnahmslos Spezialschiffe akquiriert wurden – Schiffe für den Bau von Offshorewindparks, Fähren, Kreuzfahrtschiffe und Megajachten. Mit einem Auftragseingang von 2,7 Mrd. Euro seien die deutschen Werften 2010 jedoch deutlich unter einer notwendigen Jahresproduktion geblieben. Anschlussaufträge seien daher dringend erforderlich. Um das auch politisch abzusichern, hat der VSM eine ganze Reihe von Forderungen an die Regierung gestellt, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Die Schiffbauindustrie empfindet sich als eine der Schlüsselindustrien unseres Landes und erwartet deshalb auch entsprechende politische Aufmerksamkeit, anders ausgerückt, verlässliche Unterstützung.
Insgesamt ist zu berichten, dass der Umsatz aller Schiffbaubetriebe 2010 auf ca. acht Mrd. Euro gestiegen ist. Das ist zwar eine Rekordzahl und zeigt einerseits im Ergebnis die Ausrichtung auf immer höherwertigere Schiffe und andererseits eine terminliche Häufung von Ablieferungen mit hohen Auftragsvolumina, die aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass für zahlreiche Schiffbaubetriebe Anschlussaufträge dringend notwendig sind.
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