Aktuell umfasst die weltweite Flotte von Über- und Unterwasserkampfschiffen, Minenabwehrfahrzeugen, Versorgern und Unterstützungseinheiten (ohne Hilfsschiffe wie Eisbrecher, Schulschiffe, Schlepper, Forschungsplattformen, etc.) rund 3.800 Einheiten, die von 120 bis 130 meist kleineren Marinen betrieben werden. Damit hat die Gesamtzahl dieser Einheiten in den letzten vier Jahrzehnten um etwas mehr als ein Drittel abgenommen. Die Prognose bis zum Jahr 2030 ist hinsichtlich der Zahl der Einheiten weiterhin rückläufig, berücksichtigt allerdings nicht die operativen Fähigkeiten der verringerten Flotten. Knapp zwei Drittel dieses Potenzials wird von nur 18 Marinen betrieben, davon sechs europäische NATO-Nationen (ohne Türkei). Hinzu kommt, dass nur etwa ein Drittel der Marinen weltweit in der Lage ist, Neubauprogramme für größere Marineeinheiten oder für Serien zu finanzieren. Bei der Mehrheit der Seestreitkräfte ist die Flotte auf einfache Wach- und Patrouillenboote bzw. gebraucht erworbene Fahrzeuge begrenzt. In welche Richtung die Deutsche Marine hinsichtlich ihrer zukünftigen Schiffe und Boote denkt, wurde bereits 2010 auf dem 12. Marineworkshop der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik in Eckernförde erläutert (siehe MF 12- 2010 S. 4 ff.) und auch in der Zeitschrift Strategie und Technik (5-2011 S. 37 ff.) veröffentlicht. Zunächst ist generalisierend festzustellen, dass es für Waffensysteme der Deutschen Marine keine Systemanbieter in der deutschen Industrie gibt, und daher die Systemverantwortung für Waffensysteme in der Nutzung vollständig beim »öffentlichen Auftraggeber« (öAG) liegt. Bereits 2010 wurden wesentliche Untersuchungsergebnisse vorgelegt und Optimie- rungsvorschläge zur Wahrnehmung dieser Systemkompetenz gemacht:
- Schaffen eines Systemzentrums Marine, um die Aufgabe Systempflege Änderung (SysPÄ) in ihrer Gesamtheit im Kommando Marineführungssysteme abzubilden, indem seine Zuständigkeit auf Hard- und Software von Führungs- und Waffeneinsatzsystemen (FüWES) sowie Führungs-, Leit- und Steuersysteme der Plattformtechnik erweitert wird.
- Einrichten einer Steuerstelle »Waffensystemlogistik Marine«, die das materielle Lagebild führt und zentraler und direkter Anlaufpunkt für alle Anträge, Meldungen und Nutzerforderungen der Einheiten und Flottillen ist.
- Einrichten eines Forderungsmanagements/- controllings, um funktionale, nicht-funktionale und betriebliche Forderungen an ein Waffensystem in einem strukturierten und systematischen Prozess erzeugen, fortschreiben und pflegen zu können.
- Erarbeiten einer Bauvorschrift für die DV-Architektur von Einsatzsystemen, Plattformsystemen und schiffsweiten DV-Netzwerken eines schwimmenden Waffensystems.
- Untersuchen und Einleiten von Maßnahmen zum Aufbau eines Qualitätssicherungssystems für die Entwicklung und Pflege von Software.
-
0.95 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.






