Berlin. Mit dem Hauptgefreiten Christian Hartmann (8. LwAusbRgt Roth) und dem
Obergefreiten Tobias Schmelzer (3./FmAufklAbschn 911 Stadum) hat das „Parlament der
Wehrpflichtigen“ in Berlin zwei neue Beisitzer GWDL/FWDL in den Bundesvorstand des
DBwV gewählt. Ihre Vorgänger im Amt, Obergefreiter d.R. Andreas Ahammer und
Hauptgefreiter d.R. Stephan Nachtigall, hatten nicht erneut kandidiert.
Unter dem Motto „Wehrdienst: dynamisch in die Zukunft“ ergriffen die 45 jungen
Parlamentarier bei der Tagung der Grundwehrdienstleistenden und freiwillig zusätzlich
Wehrdienstleistenden (FWDL) die Gelegenheit, über Defizite in der Wehrpflicht zu
diskutieren und ihre Sorgen und Nöte prominenten Gästen mitzuteilen. Zur Tagung unter
der Leitung des Stellvertreters des Bundesvorsitzenden, Oberstabsbootsmann Wolfgang
Schmelzer, waren neben den verteidigungspolitischen Sprechern der
Bundestagsfraktionen der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan,
und der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe, gekommen.
Schneiderhan hob die Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht als wichtigen Teil des
demokratischen Selbstverständnisses hervor. „Der Staat hat das Recht, einen Dienst zu
erwarten“, sagte der Generalinspekteur, „und wir haben ein Land, das es verdient, dass
man ihm dient.“ Die Diskussion um die Zukunft der Wehrpflicht müsse die Öffentlichkeit
beschäftigen, sagte der Stellvertreter des Bundesvorsitzenden, Oberstleutnant Ulrich
Kirsch. „Ich kann mir unsere Streitkräfte ohne Wehrpflicht nicht vorstellen.“
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages betonte, dass mit dem Wehrdienst den
jungen Männern ein Bild vermittelt werde, das für das spätere Leben entscheidend sei.
“Als Wehrpflichtige werden die jungen Menschen zum ersten Mal mit dem Staat
konfrontiert, mit seinen Rechten und mit seinen Pflichten“, so Robbe.
In der Diskussion um die Zukunft der allgemeinen Wehrpflicht warnte der
Bundesvorsitzende des DBwV, Oberst Bernhard Gertz, vor einer Abschaffung der
allgemeinen Wehrpflicht und verwies auf die Erfahrungen der niederländischen
Streitkräfte, die in eine reine Berufsarmee umgewandelt wurden. In den Niederlanden
gebe es zwar keine Probleme bei der Quantität des Nachwuchses, wohl aber in der Frage
der Qualität.
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.

