Mehr als 20 Navy-Delegationen und zahlreiche hochrangige Marineoffiziere aus aller Welt nehmen Ende September Kurs auf Hamburg. Ziel ist die internationale Konferenz und Fachmesse “Maritime Security & Defence“ (MS&D), die vom 30. September bis 2. Oktober 2009 auf dem Gelände der Hamburg Messe stattfindet. Unter den MS&D-Teilnehmern erwarten Veranstalter Hamburg Messe und Congress GmbH und die MS&D-Medienpartner Mönch Verlag, Bonn, vertreten durch die Zeitschrift NAVAL FORCES, und die DVV Media Group GmbH mit der Publikation Schiff & Hafen/Ship&Port auch viele Marineoberbefehlshaber wichtiger Länder. So hat u.a. der russische Marinechef Admiral Wladimir Vysotzkiy sein Kommen angekündigt. Die Teilnahme des Commanders-in-Chief der russischen Marine macht einmal mehr die internationale Bedeutung der MS&D 2009 sichtbar, Admiral Vysozkiy wird sich mit Vertretern der deutschen Marine treffen und Messe und Konferenz in Hamburg nutzen, um sich über die neuesten Analysen und Methoden zu den Themen Sicherheit und Verteidigung der Seewege, Abwehr und Vorbeugung gegen Piratenangriffe und terroristische Attacken zu informieren.
Die MS&D-Konferenz führt auf dem Hamburger Messegelände Sicherheitsexperten aus zahlreichen Marinen und anderen mit der Sicherheit von Häfen und Seewegen befassten Organisationen und Gremien sowie aus Regierungen, Wissenschaft, Schifffahrt und Industrie zusammen. Sie wird offiziell eröffnet werden durch Staatssekretär Rüdiger Wolf aus dem Bundesministerium der Verteidigung. Das Konferenzprogramm ist zu den beiden Themenkomplexen Security und Defence übersichtlich in zwei parallele Panels gegliedert, eingefasst von zwei Plenarsitzungen. Vizeadmiral a.D. Lutz Feldt, bis 2006 Inspekteur der Deutschen Marine und jetziger Präsident des DMI (Deutschen Marine Institutes), ist Chairman für die gesamte Konferenz, und speziell des SECURITY Panels. Chairman des DEFENCE Panels ist Konteradmiral a.D. Ulrich Otto. Admiral Feldt, in dessen Panel die Gefahren durch Seepiraten für die internationale Schifffahrt ein Schwerpunktthema darstellen, will „den Dialog zwischen denen, die aus operativ-taktischer Sicht handeln müssen und denen, die ihnen dafür die Fähigkeiten bereitstellen, als eine zentrale Zukunftsforderung“ herausstellen. Die derzeitige internationale Zusammenarbeit der Marinen am Horn von Afrika sieht Feldt als eine einmalige Chance für die Zukunft von Krisenoperationen. Wichtig sei überdies, dass sich die Kommunikation zwischen den Reedern und Schiffseignern und den Marinen verbessert.
In beiden Panels referieren hochkarätige Experten aus Marinen, Industrie und maritimen Institutionen wie der International Maritime Organization (IMO) oder dem International Tribunal for the Law of the Sea (ITLOS). Zu den Highlights zählen fraglos die Beiträge aus den Chefetagen zahlreicher Marinen. So wird Konteradmiral Heinrich Lange, stellvertretend für den Inspekteur der Deutschen Marine, als Keynote Speaker einen allgemeinen Überblick über die weltweite Sicherheitslage geben. Konteradmiral / Rear Admiral (UH) Salvatore Ruzittu von der italienischen Marine wird über die Situation in der Mittelmeerregion sprechen, auf die auch der Strom der illegalen Einwanderer aus Afrika Einfluss nimmt. Konteradmiral / Rear Admiral Carol M. Pottenger, Commander Navy Expeditionary Combat Command, wird über den Einsatz der US-Navy in den derzeitigen Krisengebieten der Welt berichten. Die Rolle der Marinen für die maritime Sicherheit wird Konteradmiral / Rear Admiral Jose Antonio Ruesta von der spanischen Navy darstellen.
Commodore Konstantionos Mazarakis-Ainian von der Griechischen Marine wird die Aufgaben des NATO-Trainingszentrums NMIOTC auf Kreta (NATO Maritime Interdiction Operational Training Centre) im Rahmen der Piratenbekämpfung und allgemeinen Sicherung von Seewegen darstellen. Commodore Per Bigum Christensen von der Royal Danish Navy wird die Operationen der Combined Task Force (CTF) 150 und ihre Wirkungen in der Terroristenbekämpfung in den Mittelpunkt stellen und Konteradmiral/Rear Admiral Hank Ort vom NATO Maritime Component Command (MCC) Northwood wird über Anti-Piraterie-Operationen der NATO vor der somalischen Küste sprechen. Konteradmiral / Rear Admiral (LH) Veli-Jukka Pennala, stellvertretender Befehlshaber der finnischen Marine, wird das neue Projekt Sea Surveillance Cooperation Baltic Sea (SUCBAS) präsentieren, das im März dieses Jahres in Helsinki gegründet wurde, um den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit in der Ostsee zu verbessern.
Flottillenadmiral Rainer Brinkmann, Direktor des mit der Nato eng kooperierenden Kompetenzzentrums der Deutschen Marine, Centre of Excellence for Operations in Confined and Swallow Waters (COE CSW), wird im Defence-Bereich der MS&D-Konferenz die operativen Gegebenheiten der Minenkriegführung beleuchten. Auf der Rednerliste der beiden Panels stehen auch eine Reihe hoher Repräsentanten weiterer Marinen. So Konteradmiral / Rear Admiral Stephane Verwaerde von der französischen Marine, Captain W. Entwisle, UK Royal Navy, Konteradmiral/Rear Admiral George Basson, Director Maritime Warfare der Navy Südafrikas und Konteradmiral / Rear Admiral K.G. Hussain von der pakistanischen Marine, der Pakistans Beitrag zu den Anti-Piraten- und Anti-Terroristen-Operationen in der Arabischen See und angrenzenden Gewässern darstellen wird. Vizeadmiral/Vice Admiral Anil Chopra, Generaldirektor der indischen Küstenwache, wird über diesbezügliche Aktivitäten Indiens berichten.
Die MS&D 2009 wird mehr als eine Bestandsaufnahme und Analyse der derzeitigen Sicherheits- und Bedrohungslage der internationalen Schifffahrt liefern und Ansätze für Lösungen bieten, um das Problem der internationalen Piraterie in den Griff zu bekommen. Daneben präsentiert die Industrie ein breites Spektrum von Abwehrmechanismen und ‑instrumenten, wie z.B. die sogenannte Schallkanone, Helicopter, Unterwassergeräte, etc. Erfolgreich werde sich die Piraterie in Somalia letztlich nur unterbinden lassen, wenn es gelingt, dort stabile staatliche Strukturen mit entsprechenden Behörden zu implementieren, die konsequent gegen Piraten vorgehen, ist beispielsweise Flottillenadmiral Rainer Brinkmann überzeugt. Und MS&D-Chairman Vizeadmiral a.D. Lutz Feldt plädiert dafür, dass im derzeit gefährlichsten Seegebiet am Horn von Afrika militärische Aktionen gegen die somalischen Freibeuter von wirtschaftlichen, politischen und diplomatischen Initiativen flankiert werden, um die internationale Schifffahrt zu schützen.
Auf der begleitenden Fachmesse präsentieren rund 60 Unternehmen, Werften wie Zulieferer und Institutionen neueste Technologien und Produkte, die zur Sicherung von internationalen Schifffahrtsrouten und Häfen vor Piratenangriffen und terroristischen Anschlägen oder für den Einsatz zur Krisenbewältigung durch Seestreitkräfte benötigt werden.
Für Aussteller und Konferenzteilnehmer ist außerdem ein Podiumsabend unter Federführung des BMWi geplant, auf dem in maritimer Atmosphäre in der Hafencity hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die Chancen und Herausforderungen im Bereich der maritimen Sicherheit diskutieren werden.
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.


