Auswirkung unterschiedlicher Mehrmotorenkonzepte bei Schiffsantrieben - von John Buckingham
- ein Vortrag gehalten anl. des RENK SommerSymposiumsDie Schiffe der Küstenwache vieler Staaten sind gegenwärtig nur schlecht für den Einsatz als Hochsee-Patrouillenboot geeignet. Einerseits besitzen viele vorhandene Schiffe, die vor Einführung der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, 200-Meilen-Zone) entwickelt wurden, nicht die erforderliche Seeausdauer und das entsprechende Seeverhalten. Andererseits ist der Einsatz von Korvetten für den Schutz der 200-Meilen-Zone keine wirtschaftliche Lösung. Vor diesem Hintergrund wurden Hochsee-Patrouillenboote konstruiert, die mit kleiner Besatzung den neuen Anforderungen mit einer Reichweite von 5000–7000 Seemeilen bei Geschwindigkeiten zwischen 12 und 16 Knoten genügen. Diese Schiffe sind wirtschaftlich bei Marschfahrten und erlauben zeitlich begrenzte Hochgeschwindigkeitsfahrten. Ein Vergleich der herkömmlichen Zweimotoren-Antriebsanordnung mit dem von MTU und Renk im Rahmen eines Joint-Venture entwickelten Viermotoren-Konzepts zeigt die wichtigsten Auswirkungen der unterschiedlichen Antriebskonzepte auf das Schiff und seine Leistungen.
Die herkömmliche Antriebskonfiguration von Hochsee-Patrouillenbooten umfasst eine Doppelwellenanordnung, wobei jeder Propeller von einem mittelschnell laufenden Motor über ein Übersetzungsgetriebe angetrieben wird. Nur ein Motor kann dabei Marschfahrten übernehmen, während die zweite Welle als stehende Welle mit dem Propeller in Federstellung oder mit drehendem Propeller ohne Antrieb mitgeführt wird. Der nicht-antreibende Propeller übt dabei stets einen gewissen Rücktrieb aus. Soll der eine Motor während der Marschfahrt bis zur vollen Drehzahl laufen, wird ein anderes Untersetzungsgetriebe benötigt als für volle Drehzahl bei maximaler Schiffsgeschwindigkeit. Hier bedarf es eines Doppelweg-Getriebes.
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