Aktuell ist eine eklatante Zunahme von Piratenüberfällen auf Handelsschiffe
insbesondere am Horn von Afrika zu verzeichnen. Hier gilt es, in enger internationaler
Zusammenarbeit geeignete und dauerhafte Problemlösungen zu erarbeiten.
Unabhängig von der gegenwärtigen
Wirtschaftskrise wird auch weiterhin
der größte Teil des Welthandels
über den Seeweg abgewickelt werden. Daher
ist die Sicherheit dieses lebenswichtigen
Teils der Transportkette generell von
Bedeutung.
Die Piraterie, die in vielen Teilen der Welt
eine lange Geschichte hat, ist aktuell wieder
erstarkt. Lange Jahre der Duldung
durch Staaten, die ihre Territorialgewässer
nicht kontrollieren konnten oder wollten
und das Fehlen jeder staatlichen Autorität
haben dazu genauso beigetragen wie
das Desinteresse der internationalen Gemeinschaft.
Diese Gemeinschaft hat sich
unterschiedlich organisiert: als Europäische
Union, als Nordatlantische Verteidigungsgemeinschaft
und vor allem als die
Vereinten Nationen. Deutschland hat allen
internationalen Abkommen zugestimmt,
auch denen des Seerechtsübereinkommens
von 1982, in dem die Bekämpfung
der Piraterie in den Artikeln 100 bis 107
angemahnt wird. Aber auch die Konvention
zur Bekämpfung der Geiselnahme von
1976 ist eine internationale Verpfl ichtung,
der Deutschland zugestimmt hat.
Es hat aber nicht nur in Deutschland lange
gedauert, bis der Verlust von Besatzungen,
Schiffen und ihrer Ladung zu einer Änderung
des Bewusstseins geführt hat. Inzwischen
gibt es eine ganze Reihe von militärischen
und zivilen Aktivitäten, die das
gemeinsame Ziel haben, die Sicherheit auf
See zu verbessern oder wiederherzustellen.
Quelle: Schiff&Hafen, Mai 2009, Nr. 5
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