Das neu entwickelte Zugdrachen-System „SkySails“ soll in der Handelsschifffahrt
zur Brennstoffeinsparung und damit zum Umweltschutz und zur Kostenreduktion beitragen. In
einem Forschungsprojekt der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven wurde
der Einsatz des Systems auf dem MS „Beaufort“ untersucht und ein Performance-Modell entwickelt,
das den Zusammenhang zwischen dem realem Zugdracheneinsatz und den theoretisch
berechneten Zugkräften auf Basis physikalischer Grundgleichungen nachvollziehbar macht.
Der internationale Schiffsverkehr trägt
maßgeblich zu den globalen Emissionen
an CO2, SO2, NOx und Partikeln
bei: ca. 2-3 % beim Klimagas CO2,
ca. 5-7 % beim SO2 und ca. 11-13 % beim
NOx 1,2. Die fortschreitende Globalisierung
des Marktes wird zu einem weiteren
Anwachsen des internationalen Handelsschiffsverkehrs
führen. Die Treibstoffkosten
und die durch den Schiffsverkehr verursachten
Emissionen erhöhen den Druck
auf die Gesellschaft und die Reeder, nach
alternativen Antriebstechniken zu suchen.
Eine Perspektive stellt der von dem Hamburger
Unternehmen SkySails GmbH &
Co. KG entwickelte Zugdrache (ein Lenkdrache
oder Kite) dar. Er kann, ohne die
Struktur der Schiffe zu verändern, auch
nachträglich installiert werden. Das Konzept
basiert darauf, dass die Schiffe mit
einer vorgegebenen Reisegeschwindigkeit
fahren und bei günstigen Windverhältnissen
die Motorleistung drosseln und dafür
einen Teil der Antriebsleistung durch den
Kite-Antrieb ersetzen. Mit der Reduktion
des Treibstoffverbrauches durch das Lenkdrachensystem
(SkySails-System) werden
auch die entsprechenden Emissionen an
CO2, CO, SO2, NOx, Staub/Ruß (Partikel)
durch die Schifffahrt vermindert.
Im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts
„Forschung für den Klimaschutz und dem
Schutz vor Klimawirkungen: Entwicklung
eines integrierten Antriebs- und Nutzungskonzeptes
auf Basis von Windkraft“ wurde
die Leistungsfähigkeit des Systems für
Frachtschiffe auf dem MS „Beaufort“ unter
Praxisbedingungen getestet. Die bei gegebenen
Randbedingungen (Windverhältnisse,
Wetter, Schiffsgeschwindigkeit, Kurs,
etc.) optimale Fahrweise (Steuerung) des
Kites und das Energieeinsparungspotenzial
wurden ermittelt. Dazu wurden die notwendigen
Messeinrichtungen installiert,
um die relevanten Daten zu erfassen.
Quelle: Schiff & Hafen | Januar 2009 | Nr. 1
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