Als deutscher Kapitän auf islamischem Schiff im Handelskrieg
Kriegseinsatz als bewaffnetes Handelsschiff. Der Reisebericht des Kapitäns über eine nicht ganz alltägliche Bordroutine vor 20 Jahren. Ein neues Schiff der iranischen Staatsreederei, beladen mit 32.000 t Weizen soll in das Kriegsgebiet des Persischen Golfs fahren. An Bord philippinische Besatzung mit deutscher Schiffsführung unter islamischem Recht. Ein Toter an Bord, Angst bis zur Angstpsychose, Gewalt, Aberglaube, unvorstellbar fremde Denkweise, Aufsässigkeit, kein Geld an Bord, Mißmanagement der Crewing Agencies.
Die Versorgungswege über See zu den iranischen Häfen im Norden des Persischen Golfs wurden vom Irak zum Kriegsgebiet erklärt. Handelsschiffe, für den Iran bestimmt, wurden bombardiert, später mit Lenkwaffen beschossen. Der Iran setzte eigene Schiffstonnage und fremde Chartertonnage ein. Es wurde ein Kriegsbonus bezahlt. Auch die iranischen Schiffe fuhren mit fremden Besatzungen, europäische oder indische Schiffsführung mit asiatischen Besatzungen. Die Situation des europäischen Arbeitsmarktes für nautische und technische Offiziere war so katastrophal, daß viele die Gefahren dort auf sich genommen haben.
Zum Autor
Heinrich Blume wurde kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges in Hamburg geboren.
1957 beendete er seine Karriere als Gymnasiast rechtzeitig vor dem Abschluß und fuhr zur See. Fünf Jahre »vorm Mast«, nach der »Steuermannsschule « drei Jahre als III. und II. nautischer Offizier. Mehr als vier Jahre Abenteurer in Kanada. Zurück in Deutschland, ein kurzes Jahr im Büro, anschließend die »Kapitänsschule« (FH) und Reserveoffizier der Bundesmarine, dann neun Jahre I. nautischer Offizier. Auch auf diesem Schiff erst »Chief Mate«, dann Kapitän.
Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Heinrich Blume Wirkung der Marinewaffen.
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