Der nachfolgende Beitrag spiegelt den aktuellen Stand der Diskussion um eine nationale Industrieposition im Zusammenhang mit der Europäisierung der Rüstungsindustrie. Nach einer Standortbestimmung werden anhand von acht zentralen Thesen grundsätzliche Forderungen zum gleichberechtigten Einbringen der deutschen Wehrtechnik in künftige europäische Strukturen zur Diskussion gestellt.
These 1: Die deutsche wehrtechnische Industrie braucht eine abgestimmte nationale Strategie.
These 2: Zum Erhalt des europäischen Gleichgewichtes müssen die noch verbliebenen wehrtechnischen Kernfähigkeiten von strategischer Bedeutung am Standort Deutschland gesichert werden.
These 3: Die deutsche WT Industrie braucht nationale Aufträge.
These 4: Bei internationalen Projekten ist auf einen adäquaten nationalen Wertschöpfungsanteil zu achten.
These 5: Rüstungsexportbestimmungen müssen auf europäischer Ebene harmonisiert werden.
These 6: Regierungsseitige Exportunterstützung muss europaweit nach einheitlichen Kriterien erfolgen.
These 7: Rüstungsexporte sollten durch staatliche Finanzierungs- und Garantieinstrumente wie normale Exporte gestützt werden können.
Eingangs soll ausdrücklich betont werden, dass eine gemeinsame europäische Rüstungsbasis unabdingbar ist. Die Integration der nationalen Rüstungsmärkte ist wirtschaftlich, industrie- und sicherheitspolitisch sinnvoll. Sie sichert die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Rüstungsindustrie und fördert gleichzeitig den weiteren Einigungsprozess Europas. Nur eine gemeinsame europäische Rüstungsbasis ist auf wichtigen Feldern kooperations- ja perspektivisch auch wettbewerbsfähig mit der Verteidigungsindustrie der Vereinigten Staaten.
Quelle: HDW
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