Obwohl die maritime Sicherheit nicht den Schwerpunkt der 6.Handelsblatt Konferenz »Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie « im September in Berlin bildete, betonte Staatssekretär Thomas Kossendey bereits zum Auftakt, dass die Bundesrepublik Deutschland ein besonderes Interesse am freien Warenaustausch über die Weltmeere habe und der erfolgreiche Einsatz der Marine bei der EU-Operation Atalanta zum Schutz vor Piraterie das Thema Maritime Sicherheit mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt habe.Rund 200 Vertreter aus Politik, Militär und Wirtschaft diskutierten auf der Konferenz über die aktuellen Einsätze der Bundeswehr und die sich daraus ergebenen Folgen für die Beschaffungen der Streitkräfte.Auch wenn die Bundeswehr Anfang September die bislang schwersten Auseinandersetzungen in Afghanistan erlebt habe, bewertete Kossendey den Einsatz als unverzichtbar und ohne sinnvolle Alternative. Die zivilen Opfer seien zu beklagen, die Arbeit der Soldaten in Afghanistan zeige aber Wirkung. In Afghanistan werde sichtbar, dass ohne Sicherheit keine Entwicklung möglich und ohne Entwicklungsarbeit langfristig keine Stabilität zu erreichen sei. Der Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auf den Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, noch in diesem Jahr eine Afghanistan- Konferenz einzuberufen, um den rechtsstaatlichen Rahmen für Afghanistan besser zu definieren. Es müssten Zielvorgaben formuliert werden, um anschließend die militärische Präsenz reduzieren zu können. Im Moment müsse man Afghanistan aber weiter beim Aufbau neuer Strukturen begleiten. Deutschland unterstütze Afghanistan nicht nur im Rahmen des ISAF-Einsatzes, sondern sei auch der drittgrößte Förderer am Hindukusch.Auf das Thema Maritime Sicherheit näher eingehend meinte dann der Staatssekretär, dass die Piraterie am Horn von Afrika kurzfristig nicht zu lösen sei. Die Ursachen lägen vor allem an Land und seien nur durch internationale Kooperationen zu beseitigen. Somalia müsse als Staat gestärkt werden, und dazu bedürfe es einer langfristigen Unterstützungsstrategie. Bis jetzt sei die europäische Mission Atalanta ein Erfolg, betonte Kossendey. Alle Schiffe des Welternährungsprogramms hätten Somalia sicher erreicht und die Handelsschiffe konnten die gesicherten Strecken passieren,wobei es unumgänglich sei, dass die Schiffe ihre Passagen durch das gefährdete Gebiet auch anmelden.
Quelle: MARINEFORUM 12-2009
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