Die Situation am Horn von Afrika: Überfälle vor Somalia und im Golf von Aden (Zahlen aus den Weekly Piracy Reports des IMB) brachten von Anfang 2008 bis zum 9. Dezember insgesamt 119 versuchte und durch Boarding vollendete Angriffe, daraus entstanden 38 Entführungen. Knapp 20 Schiffe sind Ende November in somalischen Häfen festgesetzt, mit ihnen rund 300 Seeleute,die teilweise schon zwei Monate auf das Ende ihrer Geiselhaft warten.
Der 15. November wird zu Recht in die Geschichte der Piraterie eingehen:Nie zuvor haben Piraten ein so großes Schiff in ihre Gewalt gebracht. 450 Meilen südöstlich der kenianischen Hafenstadt Mombasa wurde VLCC SIRIUS STAR (bereedert von der arabischen Aramco, 319.000 tdw) mit zwei Millionen Barrel Rohöl (knapp 320.000 Tonnen) im Marktwert von rund 100 Millionen USD an Bord gekapert und zwei Tage später vor dem Hafen von Haradhere vor Anker gelegt. Am 24. November gingen die Piraten mit dem Schiff wieder in See ‑ örtliche Islamisten hatten ihnen bedeutet, sie würden Seeraub in ihrem Herrschaftsgebiet nicht dulden. Die Piraten fordern 25 Millionen USD Lösegeld. Soweit haben sich die Banden für eine Kaperung noch nicht von ihrem Stützpunkt entfernt. In dem Seegebiet ist der Schiffsverkehr deutlich weniger dicht als im Golf von Aden, die Tat brauchte daher nicht nur eine logistisch anspruchsvollere Vorbereitung, sondern war sicher nur möglich auf der Basis von Aufklärungsmitteln, die bisher nicht zur Ausstattung der Piratenbanden gehört haben.
Quelle: MarineForum 1/2-2009, S. 5-9
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