Mit der nach Rostock einberufenen
nunmehr 6. Nationalen Maritimen
Konferenz hat ein breit angelegtes Forum
seine Fortsetzung gefunden, das sich bisher
als Erfolgsmodell erwiesen hat und das es
erklärtermaßen auch bleiben soll. Diesmal
überschattete jedoch, im Gegensatz zu den
Höhenflügen der vorangegangenen in Hamburg
durchgeführten Veranstaltung, die
weltweite Finanz- und in deren Gefolge die
Wirtschaftskrise das Geschehen.
Besonders die zuvor fast explosionsartig
gewachsene Containerschifffahrt, in der sich
die deutschen Reedereien innerhalb weniger
Jahre eine unangefochtene Spitzenstellung
erworben hatten, leidet unter starken
Ratenrückgängen und wachsenden Aufliegerzahlen.
Zum Zeitpunkt der Konferenz
waren es weltweit rund 400 Schiffe, für die
keine Beschäftigung mehr gefunden werden
konnte.Darunter waren viele deutsche Schiffe,
Tendenz zunehmend. Der Schwall der
noch bis 2010/2011 zusätzlich in Fahrt kommenden
Neubautonnage mit zahlreichen
Schiffen über 10.000 TEU Stellplatzkapazität
dürfte den Druck noch weiter verstärken,
vielleicht sogar dramatisch. Den Werften im
Lande brechen in großer Zahl bereits georderte
Neubauaufträge weg, neue haben,
wenn überhaupt, Seltenheitswert. Wie ein
Damoklesschwert hängen über allem noch
zusätzlich die weltweit über alle Maßen ausgebauten
Schiffbaukapazitäten, die für die
nächsten Jahre einen rigorosen Verdrängungswettbewerb
befürchten lassen.Und die
Seehäfen, die noch zuvor das Attribut »Jobmaschinen
« für sich reklamierten, denken
verstärkt über Kurzarbeit und auch schon
Entlassungen nach, wenn auch sehr verhalten,
um Fachkräfte für den späteren Aufschwung
nicht zu verlieren. Schöne Träume
dahin? Nicht unbedingt zwangsläufig! Das
maritime Geschäft war schon immer stark
zyklisch geprägt. So ist es auch diesmal,wenn
auch die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise
erschwerend zu verkraften ist.
Quelle: MarineForum 6-2009
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