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    Schiffbau in Europa in globaler Konkurrenz ‑ Struktur, Beschäftigung und Perspektiven

    Thorsten Ludwig
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    Beschreibung

    Schifffahrt und Schiffbau sind Kernelemente des maritimen Sektors, der unter industriepolitischen Gesichtspunkten eines der zentralen Zukunftsfelder des 21. Jahrhunderts darstellt. Schon heute sind die maritimen Wirtschaftszweige in hohem Maße technologieintensiv. Schlüsseltechnologien aus der Elektronik, Informatik, Logistik sowie der Antriebs- und Werkstofftechnik kommen im Schiffbau, der Schifffahrt und im Hafenumschlag zum Einsatz. Der Schiffbau als ein zentrales Element des maritimen Clusters war in Europa seit den 1970er Jahren eine schrumpfende Branche, bedroht durch die (scheinbar) übermächtigen Konkurrenten in Japan und Südkorea. Seit Mitte 2003 erlebt der Schiffbau weltweit und auch in Europa einen gewaltigen Aufschwung ‑ entscheidend vorangetrieben durch die wirtschaftliche Entwicklung in China und den rasanten Anstieg des Seehandels.

    Im Rahmen des Forschungsprojektes „Schiffbau in Deutschland und Europa“ erfolgte die Befragung der Werften in den 20 europäischen Ländern gerade zu einer Zeit, in der der Weltschiffbau sich einem historischen Auftragsboom gegenüber sah. Allein im Falle der Containerschiffe betrug das Auftragsvolumen in den Orderbooks der Werften mehr als 50 Prozent der existierenden Flotte, und auch bei LNG (LiquidNaturalGas=Flüssiggas) Tankern, Bulkern (Massengutfrachtern) oder Öltankern verlief die Auftragsdynamik ähnlich. Diese positive Entwicklung versetzte auch die meisten europäischen Werften in die Lage, ihre Kapazitäten teilweise bis in das Jahr 2011, ja sogar 2012 hinein auslasten zu können. Auch im Reparaturbereich konnten die meisten europäischen Werften nicht über eine zu geringe Auslastung klagen. Allerdings gehen Analysten davon aus, dass der gegenwärtige Neubauboom ‑ vor allem beim Containerschiffbau ‑ in den nächsten Jahren abnehmen wird. Doch selbst wenn dieser Fall eintreten würde, gehen die Schiffbauverbände in Japan, Südkorea, China und Europa davon aus, dass vor allem in den Segmenten der LNG- und Öltanker der Bedarf weiter zunehmen wird. Ursächlich hierfür sind unter anderem der stetig ansteigende Energiebedarf sowie das ab dem Jahr 2010 geltende Verbot von Einhüllenöltankern. Positive Effekte lassen sich auch von den Prognosen des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und auch der OECD ableiten, die auch weiterhin ein anhaltendes Wachstum des Welthandels und der Weltwirtschaft voraussagen.


    Quelle: Otto Brenner Stiftung
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    • Thorsten Ludwig
      Dipl.-Pol. Thorsten Ludwig

      Studium der Politikwissenschaften an den Universitäten Bremen und Bratislava (Slowakei) Seit 6/2008 Referent der Geschäftsführung bei der AgS - Agentur für Struktur- und Personalentwicklung mbH zuständig für den Bereich Struktur- und Politikberatung. Von 7/2002 bis 5/2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität...

    • Jochen Tholen
      Dr. rer. pol. Jochen Tholen

      1. Position innerhalb der Universität Bremen: 1991-2002: Verantwortlich für den Wissenschaftstransfer des Koooperationsbereichs Universität/Arbeitnehmerkammer Bremen (KUA) Seit 2002: Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw), Leiter des Forschungsschwerpunktes „Strukturwandel in Wirtschaft und Unternehmen“, unbefristeter Vertrag 2. Derzeitige Lehre: -...

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