»Im deutschen Schiffbau ist eine verstärkte Orientierung der Werften auf hochkomplexe Schiffstypen festzustellen. Diese Entwicklung wird sich auch weiter fortsetzen.«
Das Jahr 2008 muss für die deutsche Schiffbauindustrie differenziert betrachtet werden. Es war gekennzeichnet durch eine positive erste Jahreshälfte und eine deutliche Eintrübung der Zukunftsaussichten im zweiten Halbjahr. Bedingt durch die weltweite Finanzmarktkrise stehen den deutschen Werften schwierigere Zeiten bevor.
Der deutsche und der Weltschiffbaumarkt befanden sich auch im Jahr 2008 zunächst auf einem sehr guten Kurs. Es bestand die begründete Aussicht, nicht nur neue Rekordmarken zu erreichen, sondern auch mittelfristig auf eine gute Zukunft blicken zu können. In der zweiten Hälfte des Jahres hat die weltweite Finanzmarktkrise jedoch nicht nur zu einer deutlichen Abschwächung der Dynamik der Handelsströme auf den Weltmeeren und damit zu einem Einbruch bei den Fracht und Charterraten geführt, sondern in der Folge auch innerhalb kürzester Zeit zu einer dramatischen Eintrübung der Zukunftsaussichten des Schiffbaumarktes. Bereits heute haben die Werften nicht nur mit erheblichen Problemen bei der Bauzeitfinanzierung und einer neuen Zurückhaltung der Reeder bei der Auftragserteilung zu kämpfen, sondern darüber hinaus auch mit einem beunruhigenden Ausmaß an Stornierungen. Umso mehr kommt der Neuorientierung auf andere Marktsegmente eine große Bedeutung zu.
Quelle: Schiff & Hafen, Januar 2009, S. 26 - 29
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