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MERZ – Ein maritimes Kreiskrankenhaus

MERZ – Ein maritimes Kreiskrankenhaus
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Herausgebende Organisation
Beschreibung

Die Deutsche Marine verfügt seit 2001 über zwei Einsatzgruppenversorger (EGV) der Typ-Klasse 702, deren primäre Aufgabe es ist, Kampfschiffe einer Marine-Einsatzgruppe auf See bis zu 45 Tage unabhängig von einem Hafen mit erforderlichen Nachschubgütern wie Kraftstoff, Öl, Frischwasser, Proviant, Munition und Verbrauchsgütern zu versorgen.
Die auf den Einssatzgruppenversorgern in containerisierter Form aufgebauten Funktionsbereiche der Marineeinsatzrettungszentren (MERZ) ergänzen die logistischen Fähigkeiten der Schiffe mit einem herausragenden sanitätsdienstlichen Anteil, der die erweiterte notfallmedizinische/ notfallchirurgische und präklinische Versorgung von Verletzten innerhalb eines Einsatzverbandes sicherstellt und zum Teil in die klinische Versorgung überleitet. Mit dem Wirkverbund aus Einsatzgruppenversorger und MERZ ist es der Deutschen Marine gelungen, die Rettungskette in See eindrucksvoll zu schließen und Patienten stabilisiert in die nächsthöhere Versorgungshöhe an Land absteuern zu können.

Die Einsatzgruppenversorger Berlin und Frankfurt am Main sind derzeit mit einer Verdrängung von ca. 20.400 Tonnen die größten Schiffe der Deutschen Marine (fünfmal so groß wie eine Fregatte). Der Kraftstoffvorrat der Schiffe ist für den Eigenbedarf und zur Abgabe an andere Einheiten vorgesehen und beträgt ca. 9.500m³. Die an Bord verfügbare Frischwassermenge wird aus eigenen Frischwassererzeugern (Tagesleistung: 25 m³) permanent ergänzt. Aus diesem Vorrat, der den Eigenverbrauch des Schiffes weit übersteigt, kann Wasser an andere Einheiten abgegeben werden. An Proviant können ca. 230t in unterschiedlichen Stauräumen (z.B. Tiefkühllasten und Trockenproviant-Lageräumen) mitgeführt werden.
Im Rahmen weltweiter Einsatzoptionen, die vornehmlich militärische und Evakuierungs- Operationen umfassen, aber auch humanitäre Einsätze, bilden die Einsatzgruppenversorger mit den Marineeinsatzrettungszentren das Rückgrad des der Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven unterstellten Trossgeschwaders.
Die beiden in der Marine verfügbaren containerisierten Marineeinsatzrettungszentren sind jeweils auf den Einsatzgruppenversorgern Berlin und Frankfurt am Main aufgestellt und damit ein integraler Bestandteil der Einsatzgruppenversorger, die die essentielle Aufbau- und Versorgungsplattform für die Rettungszentren darstellen.
Das Marineeinsatzrettungszentrum besteht aus 26 20- und 30-Fuß-ISO-Containern, die zweilagig auf dem Oberdeck des EGV unmittelbar vor dem Deckshaus aufgestellt und über Spezialverbindungen mit diesem verbunden sind. Sämtliche Verund Entsorgungsleitungen für Klimaanlage, Wasser und Stromversorgung werden zur Einsparung von Innenraum in kompakten Modulen an der Außenseite der Container entlang geführt. Die Versorgung erfolgt durch Schläuche und Leitungen mit Schnellkupplungen zwischen Modul und einem genormten Anschlussfeld an der jeweiligen Containerrückseite mit dem Vorteil der Wartungsfreundlichkeit und Betriebssicherheit. Ein möglicher Rohr- oder Kabelschaden kann in kurzer Zeit behoben werden ohne aufwendige Arbeiten in den Räumen durchführen zu müssen.
Innerhalb des Schiffes, unterhalb des Containeraufbaus befindet sich eine Bettenstation mit insgesamt 22 Krankenhausbetten, von denen zwei als Schockbetten und zwei als Intensivbetten genutzt werden. Die Krankenhausbetten gruppieren sich in Viererblöcken um eine Versorgungswand (je zwei auf jeder Seite), über die Strom-, Sauerstoff- und Druckluft bereitgestellt wird und des Weiteren bedarfsabhängig entsprechendes medizinisches Gerät angehängt werden kann.
Zehn weitere Schiffskojen stehen für Leichtverletzte bzw. Leichterkrankte bereit. Die beiden Containerlagen sind sowohl untereinander als auch zur Bettenstation nur durch Nutzung der Treppenaufgänge und einen Fahrstuhl des EGV verbunden.
Auf der Ebene des Oberdecks in direkter Flucht zum Hangar befindet sich das originäre Schiffslazarett mit einem Behandlungsraum und einer Kojenstation mit einem Krankenhausbett, 8 Schiffskojen und einem Bad.
Das Schiffslazarett dient primär der truppenärztlichen Behandlung aller Besatzungsangehörigen, kann aber auch als weiterer Operationsraum und aufgrund eines separaten Lüftungssystems als Isolierstation genutzt werden.
Die untere Containerlage des MERZ stellt die Behandlungsebene dar. Zur Schaffung von Räumen ausreichender Größe wurden hier mehrfach je zwei Container durch Entfernung ihrer jeweiligen Längswände zu einem Arbeitsbereich gekoppelt. Der Eingangscontainer, der mit einer Schleuse mit dem Deckshaus fest verbunden ist, ermöglicht für liegende Patienten den Zugang und ist gekoppelt mit dem Container für administrative Aufgaben, Patienten- und Materialsteuerung. Vom Eingangscontainer unmittelbar zugänglich ist die Röntgenanlage mit digitaler Auswerteeinheit sowie der Container zahnärztliche Behandlung/Oralchirugie. Die Container-Personalschleuse, die sowohl für den Bekleidungswechsel des Personals, als auch für das Einschleusen von Material und Patienten ausgelegt ist, bildet den Zugang zum Reinraumbereich, dem Kern dieser Behandlungsebene. Der Reinraumbereich umfasst zwei Operationsräume, einen OP-Vorbereitungsraum sowie ein Sterilgutlager und einen Entsorgungsraum.

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