Das Jahr 2006 war wieder ein gutes Jahr für die Schifffahrt. Die
Entwicklungschancen können für fast alle Schiffstypen als positiv eingeschätzt werden, was
sich in entsprechend guten Ergebnissen bei der Finanzierung niederschlägt.
Die Weltwirtschaft zeigte
sich im Jahr 2006
erneut robust. Wie in
2005 wurde das Wachstum
vornehmlich durch Asien und
hier zum Großteil durch die
Expansion Chinas, dessen
Bruttoinlandsprodukt in 2006
um ca. zehn Prozent gestiegen
ist, getragen. Indien entwickelt
sich immer sichtbarer zu einer
weiteren Wirtschaftskraft von
Bedeutung.
Die Entwicklung in den USA
blieb mit steigenden Exporten
(plus 3 %) ebenfalls positiv.
Die US-Binnenwirtschaft kühlte
sich allerdings im Verlauf des
Jahres 2006 ab, wie die abnehmenden
Konsumzahlen zeigen.
Belastet wird der private Konsum
in den USA unter anderem
durch den sich abschwächenden
Immobilienmarkt. Durch
hohe Zahlungsausfälle sind die
amerikanischen Hypothekenbanken
im so genannten Sub-Prime-Segment (Kreditkunden
mit niedriger Bonität) erheblich
in Mitleidenschaft gezogen
worden.
Der Euroraum zeichnete sich
durch ein außergewöhnlich
starkes Wachstum aus. Hier
wurde die Entwicklung sowohl
von den Exporten als auch von
der Binnennachfrage gestützt.
Vor dem Hintergrund der leicht
gestiegenen Infl ationsraten
(2,8 % in den OECD-Ländern)
wurde die Geldpolitik der führenden
Zentralbanken Federal
Reserve (US Fed) und der Europäischen
Zentralbank (EZB)
restriktiv ausgerichtet und erste
Zinsschritte wurden vorgenommen.
Die US Fed erhöhte im
Berichtszeitraum den Refinanzierungssatz
in vier Schritten
um insgesamt ein Prozent auf
5,25 Prozent p.a. Die Bank of
Japan (BoJ) beendete ihre Null-Zins-Politik letztlich im Sommer
2006.
So setzte die stabile Schifffahrtskonjunktur
sich auch im
fünften Jahr in Folge fort. Die
Reeder konnten gute Erträge
erwirtschaften und damit weitere
Reserven bilden. Durch
die drastisch gestiegenen Betriebskosten
‑ vornehmlich in
den Bereichen Schmieröle und
Crewing ‑ wurde die positive
Ertragssituation im abgelaufenen
Jahr 2006 jedoch leicht gedämpft.
Die Welthandelsfl otte
wuchs und wächst weiter, dies
liegt im Wesentlichen am anhaltenden
Wachstum des Welthandels
von kalkulierten 8,9 %
in 2006 und erwarteten 7,6 %
in 2007.
Quelle: Schiff & Hafen Nr. 7, S. 12-15
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