Interviewrunde mit Prof. Dr. Uwe Jenisch zum Thema „Sicherheit auf den Weltmeeren: Aktuelle Bedrohungen des Seeverkehrs durch Piraterie“
Piraterie bzw. Seeraub hat es als allgemeine kriminelle Erscheinung seit der Antike bis heute zu allen Zeiten gegeben. Nach den Angaben der zuständigen Informationsstellen (Lloyds List in London und International Maritime Bureau IMB in Kuala Lumpur) ist die Anzahl der (gemeldeten) Piraterieüberfälle in den letzten Jahren leicht rückläufig. Dies gilt auch für die Zahl der Toten, Verletzten und der spurlos Verschwundenen. Allerdings gibt es große Dunkelziffern, da nicht alle Überfälle gemeldet werden. Auch könnte der Rückgang in 2005 mit der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 zusammen hängen. Die Brutalität, die Bewaffnung und Ausrüstung mit leistungsfähigen Fahrzeugen der Piraten nimmt jedenfalls zu.
Die Zunahme und die Bedeutung des Seeverkehrs stehen einem Zuwachs an Bedrohungen durch Piraterie und geopolitische Unwägbarkeiten gegenüber. Für die ökonomische Entwicklung und Stabilität sowohl der Industrienationen als auch der Schellen- und Entwicklungsländer haben sichere Seewege größte Bedeutung. Gleichzeitig hat die Verwundbarkeit des Seeverkehrs durch immer besser gerüstete Piraten bei oftmals regional schwierigen politischen Verhältnissen zugenommen. In dieser Interviewrunde diskutieren Experten Ausmaß und Erscheinungsformen von Piraterie. Fragen zum Umfang der ökonomischen Risiken, zu geeigneten Strategien sowie zu den sicherheitspolitischen Optionen (Marine) bilden den Kern der Aussagen. Ein Ausblick auf die Entwicklung der nächsten 5 ‑ 10 Jahre schließt die Interviewrunde ab.
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