Als Kapitän zur See Hans Langsdorff den
Entschluss erfasste, das Panzerschiff
ADMIRALGRAF SPEE eigenhändig auf dem La
Plata Fluss zu versenken, war das Schicksal
der 1.039 Mann starken Besatzung beschlossen:
Internierung in Argentinien.Am Abend
des 17. Dezember 1939 detonierten die am
Schiff angebrachten Sprengkörper,während
die Offiziere und Mannschaften der SPEE auf
argentinischen Schleppern und Binnenschiffen
in Richtung Buenos Aires fuhren.
Die SPEE-Leute wurden im Immigranten
Hotel von Buenos Aires und dem angrenzenden
Marinearsenal untergebracht. Es fiel
ihnen sofort auf, dass die argentinischen
Marinesoldaten, die sie bewachten, mit
deutschen Mauser-98-Gewehren bewaffnet
waren. Mit Zeichensprache machten die
Matrosen ihnen verständlich, dass sie bei
ihrer Ausbildung in Deutschland genau die
gleichen Waffen gehabt hätten. Sie baten
einen der Wachmänner auf dem Hof des
Marinearsenals, ihnen sein Gewehr kurz auszuhändigen.
Der freundliche Argentinier
übergab einem der »Gefangenen« gedankenlos
seine Waffe und staunte nicht schlecht,
als dieser mit geschulten Griffen das Gewehr
in mehrere Teile zerlegte und ihn danach lachend
aufforderte, es wieder zusammenzusetzen.
Das Entsetzen war dem Argentinier ins
Gesicht geschrieben, als er merkte, dass ein
von ihm zu bewachender Gefangener ihn
auf diese Art und Weise entwaffnet hatte.
Schnell wurde ihm klar, dass dies sehr
schwere Konsequenzen für ihn haben könnte
und bat verzweifelt, ihm seine »Knarre«
wieder zusammenzubauen. Die SPEE-Leute
waren über diese Situation sehr amüsiert,
wollten aber den armen Kerl nicht weiter
leiden lassen und bauten ihm seine Waffe
wieder zusammen. Schnell sprach sich
herum,wie hoch die technische Ausbildung
der Deutschen doch war.
Quelle: MARINEFORUM 12-2009
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