Die Lage der Bundeshaushalte und die wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland führen nun seit mehreren Jahren zu stetigen Reduzierungen der finanziellen Mittel der Streitkräfte. Ähnlich verhält es sich, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen, in vielen Staaten, doch seit den 90er Jahren stiegen in Deutschland gleichzeitig auch die Anzahl der internationalen Einsätze und der dafür benötigten finanziellen Mittel für Modernisierung und Anpassung der Ausrüstung, während gleichzeitig eingeleitete Reformen, Umstrukturierungen und Privatisierung (z.B. BwFuhrpark Service GmbH, BWI Informationstechnik GmbH etc.) mit ihren Anschubfinanzierungen den Verteidigungshaushalt belasteten.
Andere Staaten haben entweder ihr internationales Engagement unverändert gelassen, teilweise reduziert bzw. ihr Militär bereits früher als weltweit operierendes Instrument des Parlamentes umorganisiert. Die politisch initiierten und militärisch notwendigen Reformen der Bundeswehr werden kurz- und mittelfristig weiter zusätzliche Kosten verursachen, bevor neue Strukturen greifen und beabsichtigte Einsparungen langfristig überhaupt eintreten können. Ob dies bei jeder Maßnahme eingetroffen ist oder zukünftig noch eintreffen wird und überhaupt kann, sei einmal dahingestellt. Zumindest ist das Out-Sourcing, die Privatisierung, kein Allheilmittel.
Quelle: Joachim Beckh
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