Hydrographie erfasst und beschreibt die Hydrosphäre, d.h. die Binnengewässer und die Meere. Diese sind Wirtschaftsraum und Umwelt zugleich, sowie bedeutende Verkehrsträger. Der Meeresboden liefert Bodenschätze wie z.B. Öl und Gas, über ihn laufen Pipelines, Strom- und Telefonleitungen. Das Meer versorgt uns mit Nahrung und bestimmt wesentlich unser Klima. Eine gute Kenntnis der Gewässer ist Voraussetzung für ihre schonende Nutzung und eine sichere Schifffahrt. Hydrographie ist die Vermessung der natürlichen (und anthropogen veränderten) Gegebenheiten vor oder begleitend zu einem technischen Handeln auf bzw. im Medium Wasser.
Allein in Deutschland gibt die öffentliche Hand ca. 0,5 Mrd. EURO, zumeist im Rahmen der Bundeswasserstraßenverwaltung, für Hydrographie aus, hiervon entfallen 0.2 Mrd. EURO auf Beschaffung von Geräten und Dienstleistungen an die Industrie; der Rest ist Eigenleistung der Verwaltung. Weltweit lassen sich die staatlichen Ausgaben für die Hydrographie auf 15 bis 20 Mrd. EURO hochrechnen. In Tabelle 1 sind für die Hydrographie nur Industrieumsätze genannt.
Im Jahr 2002 tritt eine Neufassung des Internationalen Schiffssicherheitsvertrages SOLAS in Kraft, die die Küstenländer zum Aufbau nationaler hydrographischer Dienste verpflichtet. Darüber hinaus fordert das neue UN Seerecht die Küstenländer zur aktiven Vermessung ihrer exklusiven Wirtschaftszonen vor der Küste auf. Hier entwickeln sich gewaltige Aufgaben und Märkte. Welches Ausmaß das annimmt, mag die Tatsache verdeutlichen, dass allein Australien, eine im Vergleich zu Chile kompakte Landmasse, mit seiner Ausschließlichen Wirtschaftszone sein „Territorium“ mehr als verdoppelt! Hydrographie betrifft also global gesehen einen außerordentlichen Wachstumsmarkt, dessen Größenordnung sich z.Zt. noch schwer abschätzen lässt.Quelle: Strategiepapier zur Förderung der Meerestechnik der GMT
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