Bislang machte die Hochtemperatur-Supraleiter (HTS)-Technologie allenfalls auf den Seiten der einschlägigen Wissenschaftsmagazine aufregende Schlagzeilen. Das dürfte sich jetzt ändern. Die ersten marktreifen Systeme dieser innovativen Technologie werden auf der SMM 2004 präsentiert. Die Leitmesse des Weltschiffbaus, 21. Shipbuilding, Machinery & Marine Technology, International Trade Fair Hamburg, findet vom 28. September bis zum 2. Oktober auf dem Hamburger Messegelände statt und zeigt auch in den anderen Bereichen der Schiffbau- und Schiffbauzulieferindustrie die neuesten technologischen Entwicklungen.
Nach Ansicht von Schiffbauexperten bedeutet die HTS-Technologie einen Quantensprung des technischen Fortschritts für Elektro-Systeme auf Schiffen wie Generatoren, Elektro-Motoren wie auch für die Stromnetze an Bord. Sie sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zum voll elektrischen Schiff. Darum forcieren Unternehmen in Europa, Amerika und Asien ihre Entwicklungsanstrengungen, um möglichst schnell mit praxistauglichen Systemen auf den Markt zu treten. Während sich die Siemens AG auf die Entwicklung von HTS-Generatoren und -Strombegrenzer für Bordnetze konzentriert, arbeitet das US-Unternehmen American Conductor zusammen mit dem französischen Konzern Alstom an HTS-Motoren.
Kennzeichen der HTS-Technologie ist der Einsatz eines flüssigen Kühlmediums. Bei HTS-Maschinen ist es flüssiges Neon, bei den Strombegrenzern flüssiger Stickstoff. Die wesentlichen Vorteile der Supraleiter gegenüber herkömmlichen Kupferkabeln: der elektrische Widerstand fällt weg, und die Stromdichte ist bis zu 50fach höher. Dadurch lassen sich auf Basis der HTS-Technologie sehr kompakte, leistungsstarke Elektromaschinen bauen, die bei gleicher Leistung nur ein Drittel des Volumens und nur die Hälfte des Gewichts herkömmlicher Generatoren und E-Motoren aufweisen. Das vergrößert den nutzbaren Raum von Fracht- und Passagierschiffen und erhöht damit die Wirtschaftlichkeit der Schiffe.Quelle: SMM 2004 ‑ 21. Internationale Schiffbaufachmesse
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