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    Gefährliche Gewässer - Piraterie vor der Küste Somalias

    David Petrovic
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    Beschreibung

    "If you had told me five years ago that I would be sending US warships to conduct anti-piracy patrols off Africa, I am certain I would have been sceptical. But the truth is that piracy can no longer be viewed as someone else´s problem. It is a global problem because of its deepening ties to international criminal networks and the disruption of vital commerce". Diese Aussage des heutigen Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff der USA, Michael "Mike" Mullen, trifft den Kern der Problematik im Umgang mit der modernen Piraterie. Fristete die Beachtung der Piraterie lange Zeit ein Schattendasein, so tritt sie spätestens seitdem auch die Interessen der Industrienationen tangiert sind, auf die sicherheitspolitischen Agenden.

    Seit 1984 wurden weltweit mehr als 4.500 Überfälle auf Schiffe gemeldet. Im Jahr 2008 wurden durch das International Maritime Bureau (IMB) 293 Überfälle auf Schiffe registriert. Mit insgesamt 42 gekaperten Schiffen, 850 festgehaltenen Besatzungsmitgliedern, zwei toten und 14 vermissten Seeleuten führen die Gewässer vor der somalischen Küste die Statistiken an. Im ersten Quartal 2009 wurden in dieser Region bereits 102 Attacken gegen Handelsschiffe verzeichnet, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg von nahezu 100 Prozent. Derzeit befinden sich etwa zwanzig Schiffe in der Gewalt von Seeräuberbanden.

    Das Spannungsverhältnis von Krieg, Handel und Piraterie findet sich sowohl in der antiken Welt, im frühen 19. Jahrhundert als auch heute wieder. Dort, wo Handel auf den Seewegen prosperierte, blühte auch der Raub auf See. Wirksam bekämpft wurde der Seeraub durch das Zusammenspiel von maritimer Präsenz großer (See-)Mächte und gezielten Landoperationen gegen die Ausgangsbasen der Piraten. Bereits die Seemacht Athen sicherte ihre Handelsinteressen im östlichen Mittelmeer durch die Präsenz der Flotte des delisch-attischen Seebundes. Der Machtgegensatz der europäischen Kolonialmächte im frühen 16. Jahrhundert ließ die Piraterie in ihr "Goldenes Zeitalter" eintreten. Erst das Auftreten der Seemacht Großbritannien setzte der Piraterie im 19. Jahrhundert vorerst ein Ende - Britannia rule the waves. Piraterie ereignet sich heute im Besonderen entlang des Krisenbogens von Südostasien über den Nahen Osten bis hin zum Golf von Aden. Auch die westafrikanischen Gewässer zählen ebenso wie die lateinamerikanischen zum Operationsgebiet moderner Seeräuber. Eine einheitliche Verteilung der Piraterie ist weltweit nicht erkennbar, sie ist jedoch kein regionales, sondern ein globales Problem.



    Quelle: IMS Sonderausgabe 2009|
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    • David Petrovic
      David Petrovic

      Derzeitige Tätigkeit: Doktorand an der Universität zu Köln zum Themenkomplex der Piratefrie vor den Küsten Somalias Leitende Redaktion beim Internationalen Magazin für Sicherheit/IMS