Fliegen, wo die Flotte fährt ‑ das Motto der Marineflieger - Aufgabenerweiterung der Bordhubschrauber der Deutschen Marine
Zur aktiven Bekämpfung von kleineren Überwassereinheiten, besonders in der westlichen Ostsee und deren Zugängen, durchliefen ab Mitte 1987 die 22 landgestützten und für SAR- und Transportaufgaben eingesetzten Hubschrauber Westland SEA KING MK 41 des Marinefliegergeschwaders 5 in Kiel ein Kampfwertsteigerungsprogramm und erhielten als Effektor den Seezielflugkörper SEA SKUA sowie zusätzlich ein neues Radar. Damit dienten sie nicht nur als Fremdorter (OTHT ‑ Over-The-Horizon-Targeting) für Schnellboote, sondern wurden um die Fähigkeit zur Übernahme einer aktiven Rolle im Überwasserseekrieg (ASuW ‑ Anti Surface Warfar) erweitert. Die ersten SEA KING MK 41 wurden bereits 1975 beim Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) in Kiel-Holtenau in Dienst gestellt, wobei der Erstflug schon im März 1959 stattfand und in der Folge der von Sikorsky Aircraft Corporation gebaute bordgestützte Hubschrauber ab 1961 in der US-Marine zum Einsatz kam. Der SEA KING wurde in Großbritannien von Westland Helicopters Ltd. in Lizenz gefertigt, und von dort aus auch an die Deutsche Marine in einer Search and Rescue (SAR) Version geliefert.
Mit der sich wandelnden geopolitischen Lage zu Beginn der neunziger Jahre traten neue sicherheitspolitische Erfordernisse in den Vordergrund. Einsätze im Rahmen der Krisenreaktion mit den Aufgaben der Seeraumüberwachung, Fähigkeit zur Lagebilderstellung und -übermittlung sowie der Bekämpfungsmöglichkeit gegen kleinere Überwassereinheiten bekamen neben der Ujagd eine gleichrangige Bedeutung für die Hubschrauber der Marine.
Nach Ende des ersten Golfkrieges 1991 führte der erste Out-of-Area-Einsatz mit dem landgestützten SEA KING MK 41 in den Arabischen Golf. Dazu wurden drei Hubschrauber im Seetransport verlegt. Vom Abstützpunkt auf dem internationalen Flughafen Manama / Bahrain aus wurde im Rahmen der Operation „Süd Flanke“ die Versorgung (PMC ‑ Personal, Mail, Cargo) der in See. stehenden multinationalen Minenabwehrfahrzeuge vor der Küste Kuwaits durchgeführt. Dies bedeutete das Fliegen unter extremen Bedingungen und Wettererscheinungen, die den Besatzungen bis dahin völlig unbekannt waren.
Quelle: Hardthöhenkurier 6/2009
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