Erklärung des „Arbeitskreises Wehrtechnik und Arbeitsplätze in der IG Metall“ zur Lage des Marineschiffbaus in Deutschland
Die deutschen Schiffbaubetriebe konnten ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 5% erhöhen, allerdings verminderte sich die Zahl der Beschäftigten von 24.500 auf 23.000. Unter Einbeziehung der Leiharbeitnehmer und der für den Schiffbau tätigen Zulieferbetriebe beschäftigt die Schiffbauindustrie rund 100.000 Mitarbeiter/ innen. Die anhaltend hohen Stahlpreise beeinträchtigen jedoch die Rentabilität und dürften auch in diesem Jahr weitere Rationalisierungen erzwingen.
Die ostdeutschen Werften sind nach dem Zusammenbruch der DDR mit milliardenschweren öffentlichen Beihilfen vor dem Aus gerettet und modernisiert worden. Heute arbeiten dort noch 5.000 Menschen. Die ostdeutschen Schiffbauer mit ihren hochmodernen Anlagen sind inzwischen international wettbewerbsfähig und erwirtschaften einen, wenn auch bescheidenen, Gewinn. Hinzu kommt, dass die von der EU-Kommission einst verhängten Produktionsbeschränkungen zum Ende dieses Jahres auslaufen.
Während der Handelsschiffbau trotz enormer Preiskonkurrenz aus Asien wieder mehr Aufträge akquirieren konnte, blieben Neuaufträge im Marineschiffbau weitgehend aus, so dass ein Beschäftigungseinbruch nicht ausgeschlossen werden kann. Auf den acht Standorten mit Marineschiffbau sind rund 8.500 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 4.000 unmittelbar im militärischen Bereich. Die Orientierung der großen Werften sowohl auf zivilen als auch auf militärischen Schiffbau erleichtert den Erhalt der Kernfähigkeiten und Mindestkapazitäten und sollte deshalb sowohl bei der weiteren deutschen Konsolidierung wie auch bei der anstehenden europäischen Neustrukturierung nicht aufgegeben werden.
Quelle: AK Wehrtechnik und Arbeitsplätze in der IG Metall“
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