Nachdem einige Zeit zumindest der gefühlte Eindruck vermittelt worden ist, dass das als Piraterie geführte Verbrecherunwesen an etlichen Küsten und auf See in zuvor betroffenen Gebieten zurückgegangen oder sogar ausgeschaltet worden sei, kann dies zwischenzeitlich längst nicht mehr so wahrgenommen werden. Die Fakten sprechen für sich. Die Piraterie hat sich, um es salopp auszudrücken, zu einer ungehinderten prosperierenden Wachstumsbranche entwickelt, die nach wie vor hohe Gewinne generiert, und zwar ohne dass deren Protagonisten irgendwelche größeren Risiken eingehen. Die wenigen versenkten Skiffs oder die vor den Untersuchungen durch Marineeinheiten über Bord geworfenen Waffen sind für die Handelnden »Peanuts«, um bei diesem inzwischen geflügelten Wort zu bleiben. Sie lassen sich zu jeder Zeit billig durch Käufe auf den internationalen illegalen Waffenmärkten ersetzen. Die Zahl der festgehaltenen, vor Gericht gestellten und tatsächlich verurteilten Piraten ist verschwindend gering und lässt sich für die Hintermänner und Großprofiteure problemlos ausgleichen. Eine Abschreckungswirkung ergibt sich für die Akteure daraus nicht. Der in Hamburg seit vielen Monaten anhängige Prozess gegen »mutmaßliche« somalische Piraten beispielsweise kann nur als grotesk zulasten des Steuerzahlers bezeichnet werden. Ihn lediglich als Farce zu qualifizieren ist schon eine Untertreibung, mit der die Lächerlichkeit lediglich überdeckt wird.
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