Rund um die Ostsee gewinnt seit dem
Ende des Kalten Krieges ein neues geopolitisches
Gefüge Gestalt. Alte und
neue Mitgliedstaaten von Nato und EU
bilden eine starke Koalition, häufig zu
Lasten von Russland. Doch Moskau
hofft, durch den Ausbau seiner Häfen
und die Stärkung der Sonderwirtschaftszone
Kaliningrad in dieser europäischen
Region auch weiterhin eine
Rolle zu spielen.
Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991
stellte sich westlichen Politikern das
Problem,ein neues Sicherheits- und Verteidigungskonzept
für den Ostseeraum
und letztendlich für ganz Mitteleuropa
‑ von der Ostsee bis zum Mittelmeer ‑
zu entwerfen. Bereits 1997 waren
Ungarn, Polen und die Tschechische
Republik der NATO beigetreten. Im
November 2002 wurde die Aufnahme
der drei baltischen Staaten (Estland,
Lettland, Litauen) und vier weiterer
ehemals sozialistischer Staaten Ostmitteleuropas
(Slowenien, Slowakei,
Bulgarien, Rumänien) zum Jahr 2004
beschlossen. In Russland beunruhigt
diese Entwicklung nicht nur Militärkreise,
sondern auch die breitere Öffentlichkeit.
Überdies ist die alte Neutralität
der nördlichen Anrainerstaaten ins
Wanken geraten: In Finnland wie in
Schweden debattiertman, ob die skandinavischen
Länder nicht zunehmend
ins strategische Abseits geraten.
Quelle: Wirtschaftsrat Deutschland, Ausgabe Juli 2007,S. 23
-
0.52 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.



