"Wie Sie dem Thema entnehmen können, werde ich Ihnen im Folgenden den maritimen Anteil der im Generalthema vorgegebenen „Bundeswehr im Einsatz“ vorstellen. Dabei muss ich gleich zur Einleitung eine Differenzierung vornehmen, da vielfach vereinfacht Einsatz mit mandatiertem Einsatz und dieser mit zentraler Führung durch das Einsatzführungskommando gleich gesetzt wird. Aus Sicht der Marine ist dies zwar ein sehr wichtiger Teil ‑ aber eben nur ein Teil der Einsatzwirklichkeit der Bundeswehr.
Ohne näher darauf einzugehen möchte ich darauf hinweisen, dass für die Marine zunächst einmal
- jedes Auslaufen einer unserer Einheiten "Einsatz" ‑ auch mit dem Erfordernis einen entsprechenden Führungsaufwand betreiben zu müssen - darstellt,
- dass die Flotte die Einheiten in der NATO Operation (Artikel 5) ACTIV ENDEAVOUR ebenso direkt als nationales Einsatzkommando führt
- wie den (derzeit ausgesetzt) Einsatz der Deutschen Schnellboote im Geleitschutz-Einsatz in der Strasse von Gibraltar
- oder unsere Einheiten, die rund um die Uhr und über das gesamte Jahr in den vier maritimen Standing NRF-Forces eingesetzt sind.
Wenn man 4 Jahre nach einem Einsatz aufgefordert wird zu diesem Thema zu sprechen, und Einsatzerfahrungen vorzutragen, dann ist die Frage berechtigt, ob dies nicht eher schon eine historische Betrachtung ist. Ich denke allerdings, dass ich Ihnen sehr wohl auch aktuelle Aspekte vorstellen kann.
Ich war im Januar 2002 der erste Kommandeur, der diesen Einsatz führte, war überhaupt der erste Führer in einem Bundeswehreinsatz, der dem gerade erst gegründeten Einsatzführungskommando unterstellt wurde und begleite nach Abschluss meiner eigenen Verwendung als CTF 150 die Einsätze unserer Einheiten als CdS des Flottenkommandos ‑ also sozusagen mit der Brille des „Force Providers“."
Zum Expertenprofil von Konteradmiral Gottfried Hoch
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