Von Beginn an war am Standort das Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) stationiert, was seine Bezeichnung im Rahmen einer Umgliederung im Januar 1966 erhielt, als zunächst vier Marinefliegergeschwader in Kiel-Holtenau aufgestellt wurden. Letztlich verblieb das MFG 5 als einziges fliegendes Geschwader am Standort, allerdings ist aufgrund der Planungen zur Strukturreform der Bundeswehr ein Ende des Geschwaders und nunmehr auch des Standorts Kiel-Holtenau beabsichtigt. Somit kann der Flughafen, der 1914 im Rahmen des Erdaushubs für den Nord-Ostsee- Kanal entstanden war, sein 100-jähriges Jubiläum nicht mehr mit Beteiligung der Marineflieger begehen. Die Strukturreform sieht eine Bündelung der Marinefliegerkräfte am Fliegerhorst Nordholz vor, so dass bereits in 2012 das MFG 5 nach Nordholz verlegen und dann bei zeitgleicher Aufgabe des Fliegerhorsts Kiel-Holtenau aufgelöst und in das MFG 3 „Graf Zeppelin“ integriert werden soll. Mit dieser Maßnahme wird Nordholz zum einzig verbleibenden Marinefliegerstützpunkt und wird dem Flottenkommando in der dann neuen und schlankeren Führungsorganisation der Marine direkt unterstellt. Allerdings war zunächst geplant, die Verlegung und Auflösung des MFG 5 im Zusammenhang mit der Indienststellung des neuen Marinehubschrauber 90 (MH90) zu realisieren. Aufgrund von technischen Problemen verzögert sich jedoch der Zulauf des MH90 und dies könnte auch auf die Planungen hinsichtlich des MFG 5 Einfluss nehmen.
Das Marinefliegergeschwader 5 in Kiel- Holtenau ist mit dem Waffensystem SEA KING MK41 ausgerüstet und hat derzeit 21 Hubschrauber in einer Staffel gegliedert. Seit dem 14. Januar 2011 ist Fregattenkapitän Martin Kneip Kommodore des MFG 5 und führt das Kommando über 1.000 Soldaten/Innen sowie Zivilbedienstete.
Auftrag des MFG 5
Das MFG 5 führt in einem teilstreitkraftübergreifenden Ansatz folgende Aufgaben durch:
– Lufttransport von Material und Personal
– Taktischer Lufttransport an der Schnittstelle See / Land
– Seeraumüberwachung und Aufklärung
– Beitrag zum Überwasserseekrieg
– Teilnahme an Evakuierungsoperationen
– Such- und Rettungsdienst
– Einsätze im Rahmen der Not- und Katastrophenhilfe
Die SEA KING MK41 ist das einzige Luftfahrzeugmuster im MFG 5 und wurde 1975 in Kiel-Holtenau in Dienst gestellt und hat sich seitdem im täglichen Einsatz zur Unterstützung der Flotte hervorragend bewährt. Die mittleren Transporthubschrauber SEA KING werden vorrangig als Bordhubschrauber der beiden Einsatzgruppenversorger (EGV) „Berlin“ und „Frankfurt am Main“ eingesetzt und waren in dieser Funktion auch in Afrika (Djibouti, Horn von Afrika, Elfenbeinküste), in Asien bei der Tsunami-Katastrophe sowie beim UNIFILEinsatz vor dem Libanon eingesetzt. Des Weiteren unterstützt die SEA KING MK41 bei der Evakuierung von Personen im Rahmen von teilstreitkraftübergreifenden Einsätzen und kann auch im Bedarfsfall zum Absetzen von Spezialkräften der Bundeswehr in Krisenregionen genutzt werden. In jüngster Zeit spezialisiert sich das MFG 5 auf Einsätze im Rahmen von KSK-Operationen.
Das MFG 5 hat darüber hinaus Aufgaben im Such- und Rettungsdienst (SAR/Search and Rescue) übernommen. Dazu sind zwei SAR-Außenstellen auf Helgoland und Warnemünde ständig besetzt, eine weitere auf Borkum kann im Bedarfsfall aktiviert werden.
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