Das Verbot der Linienschifffahrtskonferenzen auf Routen von und nach der EU ist bereits seit September 2006 beschlossene Sache und wird ab Oktober 2008 in Kraft treten.
Nachdem die EU-Kommission und Interessenverbände der Reeder sowie der Verladerschaft sich über drei Jahre lang ein Tauziehen geliefert haben, wurde es jedoch zwischenzeitlich recht still um dieses Thema. Dies ist insofern verwunderlich, da ein Verbot der seit nunmehr 130 Jahren etablierten Konferenzen wohl eine der größten Veränderungen in der Linienschifffahrt während der letzten Jahre darstellt. Was dieses Verbot für die Strukturen und Mechanismen der Linienschifffahrt bedeutet oder bedeuten könnte, wurde jedoch während der Debatte und auch nach Beschluss des Verbots durch die Kommission kaum ernsthaft analysiert. Das Interesse für das Thema schien vielmehr zunächst sogar abzunehmen, nachdem das Verbot beschlossen war: Die Fachpresse beschränkte sich auf die Veröffentlichung der Kommentare von Lobbyvertretern, deren Eifer nach dem Beschluss der Kommission deutlich abebbte. Unabhängige Analysen und Einschätzungen wurden nicht vorgenommen. Dies versäumten vor allem die betroffenen Linienreedereien selbst. Wenn überhaupt gaben, deren Vertreter nur ein paar Schlagworte von sich, ohne dabei verstärkt auf eine Argumentation zu bauen oder subjektive Folgen zu erwähnen, geschweige denn eventuelle Maßnahmen zu erläutern.
Quelle: Zeller Associates Consulting GmbH
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