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Artikel / Berichte - Marineschiffbau

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Schiffsdesign - Virtuelle Erfahrung für Marineschiffe

Karsten Fach/ Volker Bertram (Germanischer Lloyd)


Moderne Schiffsentwürfe stützen sich zunehmend auf anspruchsvolle Simulationen. Traditionell sind Schiffsentwürfe stark erfahrungsbasiert. Das ist zum Teil immer noch so, doch zunehmend wird auf »virtuelle Erfahrung« gesetzt, die aus gezielt eingesetzten Simulationen stammt.Anwendungsbreite und Anspruch dieser Simulationen, auf die sich Entscheidungen im Entwurf und Einsatz von Schiffen stützen, haben sich in den letzten zehn Jahren dynamisch entwickelt.

Finite-Element Analyse (FEA)

FEA für globale Festigkeitsanalysen unter der Annahme einer linear-elastischen Materialverformung sind seit vielen Jahren Standard. Diese linear-elastischen Analysen sind heute Ausgangspunkt für anspruchsvollere Analysen, zum Beispiel Analysen zur Betriebsfestigkeit oder Grenztragfähigkeit.
Bis 1998 betrafen die SOLAS (International Convention for the Safety of Life at Sea) – Vorschriften zur Leckstabilität nur Frachtschiffe über 100 m Länge. Danach wurde der Grenzwert auf 80 m Länge für Neubauten gesenkt. Zusätzliche Schotte zur Erfüllung der Leckstabilität sind teuer und behindern häufig den Umschlag.Die neuen SOLAS-Vorschriften erlauben hier für einige Schiffe alternative Schottanordnung, vorausgesetzt, dass ein zumindest »gleichwertiger« Sicherheitsstandard erzielt wird.Diese Formulierung öffnet die Tür für alternative Entwürfe, bei denen die gleichwertige Sicherheit mit Hilfe von Simulationen nachgewiesen werden kann. Beispielsweise kann eine Konstruktion mit erhöhtem Kollisionswiderstand die Wahrscheinlichkeit für ein Leck der inneren Hülle ausreichend verringern, um zusätzliche Schotte zu vermeiden. Nach umfangreichen, systematischen FEA-Simulationen für Schiffskollisionen hat der Germanische Lloyd eine erste derartige Richtlinie für die Bewertung und Genehmigung alternativer Ausführungen entwickelt (Abb.2). Die Grundlage der Genehmigungsprozedur ist der Vergleich der kritischen Verformungsenergie im Falle einer seitlichen Kollision zwischen einem Basisentwurf, der die klassische SOLAS-Vorschrift erfüllt, und einer speziell verstärkten Konstruktion.

Finite-Element Analysen erfordern die Vorgabe von externen Lastkräften,bei Schiffen zum Beispiel hydrostatische und hydrodynamische Lasten.Die Software GL. Ship- Load unterstützt eine effiziente Generierung der entsprechenden Eingabedateien für verschiedene Lastfälle bei globalen Strukturanalysen. Dazu erforderliche hydrostatische und hydrodynamische Berechnungen sind im Programm integriert. Durch rechnergestützte Auswahl kritischer Lastfälle wird zudem der Gesamtrechenaufwand zur sicheren Dimensionierung der Konstruktion intelligent reduziert.

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Allgemeine Informationen zu diesem Beitrag

Quellenangabe:

MarineForum 9-2009

Organisation:

Germanischer Lloyd

URL:

Mail:

Zum Autor:

Karsten Fach und Volker Bertram sind Mitarbeiter des Germanischen Lloyd, Hamburg/Germany

Schlagwort:

Finite-Element Analyse, FEA, Vibrationsanalysen, Akustik, Seeverhalten, Lüftungs-Simulation, Feuer-Simulation

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